Drei Mädchen und ein Brunnen

LÜDENSCHEID - Skulpturen und Arbeiten unterschiedlicher Bildhauer haben in der Bergstadt eine lange Tradition. An vielen Straßen und auf Plätzen begegnen uns täglich Figuren und Bauwerke, die wir längst nicht mehr wahrnehmen, geschweige denn wissen, warum und seit wann sie dort stehen.

In den 50er-Jahren begann die Stadt Lüdenscheid damit, Kunst für den öffentlichen Raum anzukaufen. Arbeiten von Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Sintenis oder auch Marcks gelangten auf diese Weise nach Lüdenscheid. Seit Mitte der 70er-Jahre erwarb die Stadt immer wieder Kunstwerke deutscher Bildhauer, vor allem aber auch von Bildhauern aus der Region.

„Wo steht das denn noch gleich?“ war ein oft gehörter Satz in der Vorbereitung dieser Serie, auch und vor allem von alten Lüdenscheidern, für die Zeitungsleser, Flötenspieler, Frigga und Co. schon so lange zum Alltag gehören, dass man die Kunstwerke beim Stadtbummel nicht mehr wahrnimmt. Sicher gäbe es zu jeder einzelnen Skulptur eine Menge zu erzählen. Diese Serie allerdings soll sich auf die Eckdaten beschränken. Auf das, was hängen bleibt, wenn man an den Skulpturen vorüber eilt. Auf das, was man schon hundert Mal gesehen hat, ohne sich Gedanken zu machen. Und auf das, was da ist, aber inzwischen im Verborgenen steht, zugewachsene, zugewucherte Straßen-Kunst.

Ein Beispiel für verborgene, eigentlich fast schon vor sich hin verrottende Kunst im öffentlichen Raum ist die Mädchengruppe des Künstlers Waldemar Wien, der an so manchen Stellen der Stadt seine Visitenkarte hinterlassen hat. Die Mädchengruppe (Drei Mädchen am Brunnen) besteht aus Muschelkalk und einer Höhe von 2,30 Metern pro Figur. Angekauft wurde das Kunstwerk Anfang der 60er-Jahre und steht heute einschließlich des großen Brunnenbeckens im Schatten des Geschwister-Scholl-Gymnasiums direkt an der Hochstraße. - rudi

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