Lüdenscheider Architekt plant Umbau des Macke-Hauses in Bonn

Neue Räume für die Kunst

Der Lüdenscheider Architekt Thomas Kaldewey hat den Um- und Neubau des August-Macke-Hauses in Bonn geplant und durchgeführt und freute sich über großes Interesse bei der Wiedereröffnung.
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Der Lüdenscheider Architekt Thomas Kaldewey hat den Um- und Neubau des August-Macke-Hauses in Bonn geplant und durchgeführt und freute sich über großes Interesse bei der Wiedereröffnung.

LüdenscheiD - „Es hat alles das, was ein großes Museum bietet, aber auf engstem Raum. Jeder Quadratzentimeter ist ausgereizt.“ Der Lüdenscheider Architekt Thomas Kaldewey von den KKW Architekten beschreibt das jüngste Museums-Projekt, das er geplant und ausgeführt hat: Die Erweiterung und den Umbau des August Macke-Hauses in Bonn. Im Dezember wurde es nach mehr als zweijähriger Bauzeit wieder eröffnet.

Es handelt sich um das Wohnhaus nebst Atelier des Künstlers August Macke (1887-1914), das durch die Erweiterung nun modernen Ansprüchen an die Präsentation kostbarer Kunstwerke und Museumspädagogik erfüllt, wie Kaldewey erläutert. Rund um das denkmalgeschützte, vergleichsweise kleine Gebäude aus der Gründerzeit, in dem Macke mit seiner Familie gelebt und unter dem Dach auch gearbeitet hat, ist ein neuer Komplex entstanden, der auch den kleinen Garten miteinbezieht. Eine Glasfront schließt den Garten zur Straße hin ab und verbindet die beiden Gebäudeteile an dieser Seite.

Die Punkte auf dem Glas, die dem Vogelschutz dienen, verdichten sich in der Mitte zu einem Abbild eines bekannten Selbstporträts von August Macke. Gegenüber der Glaswand werden beide Gebäudeteile durch einen schmalen Trakt verbunden, der unter anderem ein Café mit Shop und im Obergeschoss die Bibliothek beherbergt.

Perfektes Klima für die Kunst

Im ehemaligen Wohnhaus mit Atelier gibt es nun eine Ausstellung zu Leben und Werk Mackes, während im neuen Trakt Platz für Wechselausstellungen ist. Das Thema der Präsentation anlässlich der Wiedereröffnung heißt „Macke und Freunde“. Der Künstler sei ein ganz großer „Netzwerker“ gewesen, sagt Kaldewey. Deshalb gibt es eben auch das Café, das als Treffpunkt diesen soll, aber auch Veranstaltungsräume und eine Dachterrasse, die für Präsentationen oder museumspädagogische Aktionen genutzt werden kann.

Kaldewey hat als Architekt bereits mehrere Museen geplant und umgebaut, darunter die Lüdenscheider Phänomenta oder das Schloss Drachenburg in Königswinter. Die Anforderungen und Möglichkeiten in Bonn seien dennoch herausragend gewesen, sagt er. Eine ganz besondere Herausforderung sei die Lüftungstechnik für die Ausstellungsräume gewesen. Die Klimawerte genügen höchsten Ansprüchen, um die Anforderungen von Leihgebern und Museen für die Ausstellung von Kunstwerken zu erfüllen, erklärt der Architekt. „Da durften keine Abstriche gemacht werden.“ Die enge Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden bei der Anbindung des alten an das neue Gebäude und auch das enge Areal der Baustelle mitten in der Stadt seien weitere Punkte gewesen, die die Planer vor besondere Herausforderungen stellten.

Dass ein solches Gebäude keinen gewöhnlichen Grundstein bekam, versteht sich fast von selbst: Dieser wurde von der Bonner Künstlerin Petra Siering, Trägerin der August-Macke-Medaille 2014 – des Kunstpreises der Stadt Bonn –, gestaltet.

Kaldewey ist ein bisschen stolz, dass das Lüdenscheider Büro, das er gemeinsam mit Linus Wortmann betreibt, den Zuschlag bei der europaweiten Ausschreibung bekommen hat. Er hat bei den Plänen Entwürfe des Bonner Büros Schommer weiterentwickelt, die die Grundlage für die Ausschreibung bildeten, erklärt Kaldewey.

Das August Macke Haus, Bornheimer Straße 96 in Bonn, ist seit 1991 als Museum und Ausstellungsstätte der Öffentlichkeit zugänglich, betrieben wird es vom Verein August Macke Haus und getragen von der Stiftung August Macke Haus der Sparkasse in Bonn.

www.august-macke-haus.de.

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