Neue Personalausweise, längere Wartezeiten

Aggi Thieme, Leiterin des Amtes für Organisation und IT, sowie Michael Heinrich, zuständig für die Umsetzung im Bürgeramt, stellen den neuen Personalausweis vor.

LÜDENSCHEID ▪ Mitten in den Vorbereitungen für die Ausstellung des ab dem 1. November geltenden neuen Personalausweises stecken das Amt für Organisation und IT sowie das Bürgeramt. „Sinn und Zweck der Umstellung ist die eindeutige Identifikation der Bürger auf elektronischem Weg“, sagt Aggi Thieme, Leiterin des IT-Amtes, „wobei auch erhöhte Sicherheitsaspekte umgesetzt werden. Die vom Gesetzgeber geforderte Einführung des neuen Personalweises im Scheckkarten-Format ist eine Antwort auf die Herausforderungen der Internet-Welt.“

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, bedarf es einiger Grundlagen wie der Anschaffung neuer Hard- und Software als auch der Schulung der 14 Beschäftigten im Bürgeramt. „Das geschieht in den nächsten Wochen“, sagt Heinrich. Bei der Ausstellung der neuen Personalausweise werde es zu längeren Wartezeiten kommen, denn an den Schaltern müssten nun mehr Details abgefragt und es müsse mehr informiert werden. Die Antragsteller müssten danach eine Art Gesprächsprotokoll unterzeichnen. Denn nicht alles, was die Personalausweis-Karte möglich macht, müssen die Antragsteller auch nutzen. „Man kann ihn auch weiter nur als reinen Sichtausweis gebrauchen.“

Aber den Weg ins Internet wird sich wohl kaum jemand verstellen, zumal schon viele Geschäfte und Aktivitäten im alltäglichen Leben übers weltweite Netz laufen. „Der elektronische Identitätsausweis macht die Internet-Dienste sicherer“, ist Aggi Thieme überzeugt, „denn Anbieter und Kunden werden kontrolliert und können sich auf beiden Seiten der jeweiligen Identität sicher sein.“ Außerdem sei man immer Herr seiner Daten. „Man kann alles aus- und einschalten, wie man will.“

Neben der „Sich-online-Ausweisen“, auch „eID“ („electronic Identity“)-Funktion genannt, ermöglicht der Chip des neuen Personalausweises, neben dem Foto die Fingerabdrücke abzulegen. Diese Biometriefunktion schützt vor unberechtigtem Zugriff und ist nur hoheitlichen Stellen wie Polizei und Zoll zugänglich. Eine dritte Funktion ist die Erstellung einer digitalen Unterschrift, mit der online Verträge oder Anträge unterzeichnet werden können.

Für den Einsatz des neuen Personalausweises am heimischen PC ist ein Kartenlesegerät und eine Treibersoftware notwendig. Nach Beantragung des Ausweises erhalten die Nutzer per Post eine persönliche fünfstellige PIN.

„Mehr als 65 000 alte Personalausweise werden in Lüdenscheid in den nächsten zehn Jahren nach und nach ausgetauscht, sagt Michael Heinrich. Kostete der alte acht, so müssen für den neuen 28,80 Euro bezahlt werden. In Zukunft laufe alles darauf hinaus, behördliche, aber auch kommerzielle Dienste online in Anspruch zu nehmen, sagt Aggi Thieme. „Behördliche Leistungen wie Um- und Abmeldungen, Wohnanschriften ändern, Führungszeugnisse ausstellen und vieles mehr könne dann in eine Art Warenkorb abgelegt und in Anspruch genommen werden. Wir sind schon lange – auch übers E-Government – in der Verwaltung mit dem Aufbau beschäftigt. Jetzt verdichtet sich das immer mehr.“

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