Neue Parkpalette mit Dach soll bis Jahresende stehen

Für die alte Parkpalette Corneliusstraße schlägt in wenigen Tagen das Totenglöcklein: Sie wird abgerissen.

LÜDENSCHEID - Die künftige Parkpalette Corneliusstraße wird entgegen den bisherigen Plänen nun doch ein Dach erhalten. Um finanziell im gesteckten Rahmen von rund zwei Millionen Euro zu bleiben, wird auf zwölf Parkplätze verzichtet, sodass deren Gesamtzahl bei etwa 140 liegen wird.

Die Politiker im Hauptausschuss der Stadt billigten am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung die Vergabe des dreistöckigen Bauwerks – nach LN-Informationen erhielt dabei die Firma Günther aus Netphen als Generalunternehmer den Zuschlag. Insgesamt, hieß es weiter, hatten sich zehn Firmen beworben. Der Verzicht auf die zwölf Stellplätze gehe darauf zurück, dass damit ein günstigerer Standardbau ermöglicht wird, der trotz des Daches unter dem von der Stadt gesetzten Preislimit bleibt.

Der Lüdenscheider Architekt Rüdiger Wilde erklärte gestern auf LN-Anfrage, dass er sich sehr über die Möglichkeit der Bedachung freut: „Damit wird die Parkpalette ganzjährig mit allen Plätzen uneingeschränkt nutzbar, auch in strengen und schneereichen Wintern wie dem letzten, als man nicht wusste, wohin mit dem Schnee.“

Die neue Parkpalette werde wie die alte aus Stahlbeton gebaut. Von einer reinen Stahlkonstruktion habe man absehen müssen, weil sie zu leicht gewesen wäre, um die Stützmauer zur Wohnbebauung hin zu halten: „Dafür brauchten wir das Gewicht des Betons.“ Damit aber wäre es ohne Dach schon nach wenigen Jahren unweigerlich zu ersten Schäden an den ungeschützten Fahrbahndecken gekommen – oder man hätte sehr widerstandsfähige, aber auch teurere Beläge aufbringen müssen, die Tausalz und Räumaktionen länger aushalten. Hinzu kommt, dass die Kanalisation nicht mehr wegen des eingetragenen Tausalzes verstopfen kann, sagte Wilde. „Und natürlich ist der Komfort für die Autofahrer durch das Dach viel höher.“

Für die Anwohner werde es eine eigene Zuwegung geben. Die war zum einen die Voraussetzung für die Dachkonstruktion, außerdem sollen die Anlieger wegen des Wegerechts nicht mehr unmittelbar vom Oberdeck auf ihr Grundstück fahren können.

Das heutige Treppenhaus wird es im Neubau nicht mehr geben, stattdessen eine zu Betten Neumann hin angehängte Treppe – auch als Rettungsweg. Das Mittelgeschoss liegt ebenerdig, aus dem Untergeschoss geht es zur Hermannstraße oder seitlich zur Kerksighalle hinaus.

Die Abrissgenehmigung für die alte Palette liegt vor – was laut Wilde noch fehlt, ist die Abriss-Statik. Die muss der Unternehmer vorlegen; Wilde erwartet sie in wenigen Tagen: „Fristen sind Bestandteil des Vertrages, und bis zum Jahresende soll die neue Parkpalette stehen.“

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