Namhafte Organisten bei der Weihe

Riesenpuzzle aus 20.000 Teilen: Neue Orgel der Erlöserkirche ist fertig

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Die Orgel im Aufbau

Lüdenscheid - Stück für Stück wurde die neue Orgel nach Lüdenscheid transportiert und in der Erlöserkirche zusammengebaut. An diesem Wochenende wird das 850.000 Euro teure Instrument geweiht. Hier gibt es schon Mal eine Hörprobe.

Die ersten Töne werden am Samstag namhafte Organisten spielen. Anschließend ist die Gemeinde eingeladen, auf der Empore die "Königin der Instrumente" zu begutachten.

Die Erlöserkirche hat den Neubau der symphonischen Orgel nach den Bauprinzipien des berühmten französischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll erhalten. Orgelbauer war der Salzkottener Albert Baumhoer, der mit seinem Team viele Stunden in Lüdenscheid verbracht hat.

Kreiskantor Dmitri Grigoriev hat die neue Orgel für uns gespielt. So hört sie sich an:

Handarbeit und Muskelkraft waren über Monate gefragt, um das Riesenpuzzle aus geschätzten 20.000 Teilen an Ort und Stelle zusammenzusetzen. Insgesamt erhielt die neue Orgel 2650 Pfeifen und verfügt über ein gewaltiges Frequenzspektrum. Die tiefste Pfeife, gut fünf Meter lang, wird mit 16 Herz brummen, der höchste Ton, das C4 wird einen Ton mit 14.000 Herz erzeugen.

Begonnen hatte die Planung eines neuen Instrumentes damit, dass die marode Elektrik der in die Jahre gekommenen Führer-Orgel zusammenbrach und nicht mehr benutzt werden durfte. Die 1968 gebaute Führer-Orgel erklang 2014 zum letzten Mal und wurde 2015 nach Polen verkauft.

Die neue Orgel

Eine Reparatur oder gar eine Neuanschaffung wären für die finanzschwache Gemeinde kaum zu stemmen gewesen. In die Bresche sprang die gegründete „Stiftung Altstadtorgel“, angetreten mit dem Slogan „Eine Orgel für alle“. Kein Förderverein, sondern eine Initiative verdienter Lüdenscheider, die eine Welle der Spendenbereitschaft anschieben wollten. „Wir bauen diese Orgel nicht für uns“, hieß es seitens der Stiftung. Sie solle Leuchtturm-Charakter haben und Strahlkraft im Märkischen Kreis.

Mit Blick auf die Zukunft setzt man nun im jährlichen Wechsel auf eine Orgel-Akademie und einen Improvisationswettbewerb, beides Veranstaltungen mit internationalem Flair. Langfristig soll Orgelmusik auf internationalem Niveau gefördert werden.

Stolze 850.000 Euro mussten zusammengetragen werden und müssen es noch, um Instrument und Einbau zu bezahlen. In der Erlöserkirche wurde ein Spendenbarometer aufgestellt, an dem jeder Spender ablesen konnte, wie viel Geld noch fehlt.

Das Festprogramm

Glockengeläut und ein paar Minuten der Stille werden am Samstag um 17.45 Uhr den Festakt zur Weihe der neuen Orgel in der Erlöserkirche eröffnen. Gegen 19.30 Uhr besteht die Möglichkeit, die Orgelempore zu besichtigen. 

Der Weihe-Sonntag, 4. November, beginnt um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst mit der Heinrich-Schütz-Kantorei und der Aufführung der „Messe solennelle“. An der Orgel sitzt Christoph Grohmann (Herford), die musikalische Leitung hat Dmitri Grigoriev. Gast sind an diesem Wochenende Pierre Pincemaille (Titularorganist an der Basilika Saint Denis Paris), Tomasz Adam Nowak, Titularorganist Lamberti Münster, Professor HfMD, Stefan Schmidt (Domorganist Würzburg, Honorarprofessor RSH Düsseldorf) und Peter Ewers aus Paderborn.

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