Neue Lehrerinnen, Hebammen und Medizinerinnen

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Schulleiterin Farida und die Bücherbeautragte vor den Neuanschaffungen, darunter auch etliche teure Nachschlagewerke. Mehr als 100 Bücher konnten gekauft werden.

Lüdenscheid  - Von einem besonders erfreulichen Ergebnis berichtet Dr. Anwar Nabiyar nach seinem jüngsten, knapp dreiwöchigen Besuch der Atefa-Mädchenschule im afghanischen Estfalef: Nachdem im Januar bereits drei Lehrerinnen erfolgreich ihr Studium abgeschlossen hatten, legten im April drei Hebammen und eine medizinische Assistentin ihre Examen ab.

Sie müssen im Sommer allerdings noch die staatliche Anerkennungsprüfung absolvieren. Lobende Worte hat der 1. Vorsitzende des Vereins Eschan für die zuverlässigen Helfer vor Ort: „Ohne sie wäre die ganze Arbeit gar nicht zu schaffen. So waren die Renovierung, die Beschaffung der Schulkleidung, der Bücher und weiterer Materialien nach vorheriger telefonischer Absprache schon in Auftrag gegeben. Die Auszahlung der laufenden Stipendien erfolgt zuverlässig durch unsere Betreuerin Marsia. Ich konnte mich auf die neuen Stipendien, Verhandlungen – zum Beispiel mit dem Stadtrat – und die Vergabe kommender Arbeiten konzentrieren.“

In diesem Zusammenhang gilt der Dank Dr. Nabiyars einmal mehr allen Spendern, die das Schulprojekt seit Jahren unterstützen. „Es hätte vor über 10 Jahren keiner geglaubt, wie groß der Erfolg dieser Schulgründung sein würde. Ich bin sicher, dass die Atefa-Schule auch in den kommenden Jahren die Chancen für ein gutes Leben vieler Mädchen verbessern wird.“

Dank einer zweckgebundenen Spende konnten die Schülerinnnen der 1. bis 4. Klasse auch in diesem Jahr neue Schulkleidung erhalten, für viele die einzige Kleidung ohne Flicken und Löcher.

35 Abiturientinnen haben bisher ein Studium aufgenommen, zwei von ihnen mussten aus familiären oder gesundheitlichen Gründen das Studium unterbrechen, 18 haben es aber bereits erfolgreich abgeschlossen: Einer Hebamme konnte aufgrund ihrer herausragenden Ergebnisse ein Aufbaustudium als Ärztin ermöglicht werden, bei dem sie bereits nach einem Jahr als beste Studentin der Universität ausgezeichnet worden ist. Die übrigen arbeiten in ihren erlernten Berufen.

In diesem Jahr haben 24 Abiturientinnen mit ihrem Studium begonnen: 18 wollen Lehrerinnen werden, zwei Hebammen, jeweils eine studiert Medizin, Betriebswissenschaft und Kunst. Die drei letzten Studentinnen haben die Aufnahmeprüfung für die staatlichen Universitäten geschafft und können deshalb kostenlos studieren. Sie erhalten aus den Stipendien nur einen Zuschuss zum Lebensunterhalt und für Bücher.

Weitere Infos unter:

www.bergstadt-gymnasium.de

„Über 50 junge Frauen aus Estalef befinden sich damit in einer akademischen Ausbildung oder arbeiten bereits in dringend benötigten Berufen. Vor 2002 gab es noch nicht einmal eine Mädchenschule in dem Ort“, schildert Dr. Nabiyar die Erfolgsgeschichte

In einem aktuellen Info-Blatt, dem diese Angaben entnommen sind, werden alle Spender über die Verwendung ihrer Gelder informiert. - von Martin Messy

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