Rat der Stadt beschließt einstimmig

Neue Klimaanlage für Rathaus Lüdenscheid, aber Luftreinigung in Schulen muss warten

Rathaus Lüdenscheid Luftbild
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Die Arbeitsbedingungen im obersten Stockwerk des Rathauses sollen besser werden.

Das Rathaus bekommt eine neue Klimaanlage. Der Rat hat dafür die Bereitstellung von außerplanmäßigen Mitteln in Höhe von 200 000 Euro ohne Gegenstimmen freigegeben. Das Gerät soll die sechste Etage des Gebäudes auf angenehme Temperaturen herunterkühlen.

Lüdenscheid - Mit dem einhelligen Votum für die Investition scheiterte gleichzeitig ein Antrag des Ratsherrn Otto Bodenheimer (Grüne). Der hatte eine Beschlussfassung verhindern wollen und angeregt, „das Geld besser für Luftreinigungsgeräte in Schulen und Kindergärten zu verwenden“ – damit dort wegen der Corona-Infektionsgefahr nicht mehr zwangsgelüftet werden muss und die Kinder und Jugendlichen vor gesundheitsschädlichem Durchzug geschützt werden können. „Mir liegen dazu Anfragen aus verschiedenen Einrichtungen vor.“

Doch Unterstützung bekam Bodenheimer lediglich von AfL-Mann Peter Oettinghaus. Eine Luftreinigung führe zur Minimierung gefährlicher Aerosole und sei „für den Moment sehr wichtig“, so Oettinghaus.

Lüdenscheider Politiker stimmen für neue Klimaanlage im Rathaus

SPD-Fraktionschef Jens Voß will an dem Projekt für die oberste Etage des Verwaltungsgebäudes festhalten. „Die Arbeitsbedingungen sind nicht hinnehmbar – nicht nur in der sechsten Etage.“ Doch niemand hindere den Rat daran, das Thema Luftreinigung in Klassenräumen und Kindergärten zu beraten. Das solle jedoch „nicht aus der Hüfte geschossen“ werden. „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir für die Schulen und Kitas etwas tun müssen.“

CDU-Vertreterin Ursula Meyer beharrt ebenfalls auf dem Vorhaben – auch aus Gründen des Arbeitsschutzes im Rathaus. „Das sind berechtigte Forderungen, hinter uns liegen schon drei sehr heiße Sommer.“ Meyers Fraktionssprecher Oliver Fröhling warnt davor, das eine Thema gegen das andere auszuspielen. Die Verwaltung solle für die nächste Ratssitzung eine Vorlage erarbeiten, in der unter anderem die Frage beantwortet wird: „Wie viele Geräte brauchen wir, und über welchen Betrag reden wir da?“ Dann könne man überplanmäßige Ausgaben bewilligen.

Auch für Bürgermeister Sebastian Wagemeyer sind Luftreinigungsgeräte „auf jeden Fall ein Thema“, wie er sagt. „Aber vom Ministerium aus ist noch nicht geklärt, welche Geräte tatsächlich geeignet sind.“

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