Neue Ideen für alte Park-Probleme

Für Bürgermeister Dieter Dzewas hatten die Studentinnen ein Exemplar ihres Parkraumkonzeptes mitgebracht.

LÜDENSCHEID ▪ Es liefert Stoff für Karikaturen, Grund für Massenschlägereien und Beleidigungen, aber auch willkommene Einnahmen – das Parken. Sechs Studentinnen einer Projektgruppe der FH für Öffentliche Verwaltung NRW haben sich nun mit einem Parkraumkonzept für Lüdenscheid befasst.

„Dabei haben Sie ein durchaus 'rundes' Bild abgegeben“, lobte Projektbetreuer Dieter Rotter (Bauservice) nach rund einstündiger Präsentation.

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5311 Parkplätze, davon 1811 privat und 3500 öffentlich bewirtschaftete, gibt es hier. 22 Prozent davon seien dauerhaft frei. Der Parkraum werde also falsch genutzt und/oder falsch bewirtschaftet, lautet die These. Abhilfe könnten schaffen: Drei Parkzonen mit Gebührenstaffelung, mehr P+R-Parkplätze, an die Ladenöffnung angepasste gebührenpflichtige Zeiten sowie modernes Bezahlen per SMS-Parken. All das lasse sich kurz- bis mittelfristig verwirklichen ließen, regen die Studentinnen an. Auch der Abbau unrentabler Parkscheinautomaten gehöre dazu sowie das Ende der als negativ bewerteten Brötchentaste. Im Internet und per Infoflyer müsse die Stadt zudem besser übers Parken informieren. Langfristig sei das über eine Stadt-App möglich.

Die Projektarbeit spricht auch das für die Stadt laut Rotter „peinliche Thema“ des alten Parkleitsystems an, das nicht zu reparieren ist, aber wegen drohender Förderrückzahlungen – und zu hoher Kosten – auch nicht abgebaut werden kann. Und sie sieht mit etwa 50 000 Euro erhebliches Sparpotenzial darin, die Bewirtschaftung von WKL/LSM an den STL zu übertragen oder an einen Rathaus-Fachdienst. Zwischen 2007 und 2010 betrugen die Parkgebühren-Einnahmen im Schnitt 650 000 Euro. 27 Prozent (176 000 Euro) flössen als Pacht an die Stadt. 26 Prozent „versickerten“ im „allgemeinen Aufwand“ der Kooperationsunternehmen WKL und LSM. Die LSM sei leider „zu keiner Zeit bereit“ gewesen, diese Zahl aufzuschlüsseln.

Längerfristig wolle die Verwaltung, so Rotter, einige Ergebnisse der Politik vorstellen. Kurzfristig hat sich das Projekt schon als Ideenlieferant erwiesen: Um weitere Parkplätze für Firmenläufer zu bekommen, hat die Stadt flugs mit dem Staberg geklärt, die Schulhöfe mitnutzen zu können.

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