Neue Grundschule im MK: Nicht nur Stühle, auch andere Sitzgelegenheiten

Die kommissarische Schulleiterin der Ida-Gerhardi-Schule in Lüdenscheid Kathrin Hock freut sich auf den Schulbeginn.
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Die kommissarische Schulleiterin Kathrin Hock freut sich auf den Schulbeginn.

Ortstermin auf der Baustelle der Ida-Gerhardi-Schule, der ehemaligen Friedensschule: In zwei Wochen sollen 42 Kinder eingeschult werden, doch nicht nur das Gerüst an der Außenfassade lässt den Betrachter zweifeln.

Lüdenscheid – Im Erdgeschoss wird noch geschraubt und gehämmert, in den Gängen berührt der Kopf noch Kabelenden, die aus der Decke hängen. Erst in den Klassenräumen wird klar, dass die Schule für den Unterrichtsstart gewappnet ist.

Nach der Grundschule Wefelshohl (2018) ist die Ida-Gerhardi-Schule die zweite Neugründung einer Grundschule in jüngster Zeit. Zuletzt war 1996 die Erwin-Welke-Grundschule an den Start gegangen, danach gingen die Geburtszahlen in Lüdenscheid kontinuierlich zurück. Entsprechend stolz waren die Beteiligten am Mittwoch. Beim Rundgang in der neuen Grundschule ging es aber nicht nur um die Wände, die Technik, die Sicherheit. Bei allen Baumaßnahmen sei auch stets das Unterrichtskonzept berücksichtigt worden, sagt die kommissarische Schulleiterin Kathrin Hock. Mit ihrer Kollegin Anna Schuchardt überlegte die Lehrerin häufig, wie Schule besser zu machen sei. „Aber eine Möglichkeit, diese Vorstellungen umzusetzen ist einmalig. Wenn man sie überhaupt bekommt“, sagt Hock.

So soll es in den Klassenräumen neben Stühlen weitere Sitzgelegenheiten für die Kinder geben, auf eine feste Sitzordnung will sie verzichten. „Damit habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht“, erklärt die Grundschullehrerin. Mittlerweile habe das Schulministerium weniger strenge Vorschriften bei der Gestaltung der Klassenräume erlassen – auch bei den Lernmethoden bieten sich durch die bauliche Gestaltung neue Optionen.

Stolz auf die neu gegründete Grundschule: Kerstin Kotziers (von links), Susanne Sondermann, Kathrin Hock, Sebastian Wagemeyer, Matthias Reuver und Andreas Beckmann von der Stadt Lüdenscheid.

Die Schule sei zwar kein Neubau, sagt Andreas Beckmann, Abteilungsleiter des Ingenieur- und Bauwesens der Stadt, „aber wir konnten unter anderem Wände aus den jetzigen Klassenzimmern nehmen.“ Andere Räume seien mit zusätzlichen Fensterelementen versehen worden, erklärt Beckmann. Baulich seien diese Maßnahmen vielleicht nicht nötig gewesen, sagt Hock, aber für das Unterrichtskonzept sei es eine Hilfestellung.

Auch wenn vieles neu und individuell erscheint und auch ist, ein „Versuchslabor“ sei die Ida-Gerhardi-Schule nicht. Es handele sich nicht um Theorien, die erstmals ausprobiert werden, sagt Kerstin Kotziers, Fachdienstleiterin für die Schulen. „Diese Konzepte werden schon in anderen Schulen erfolgreich umgesetzt.“

Der Schriftzug „Friedenschule“ wird in den kommenenden Tagen verschwinden – ebenso wie das Baugerüst am Eingang.

Neue Erfahrungen will die Stadt auch im Bereich Offene Ganztagsschule (OGS) sammeln. Zwar gebe es schon Ganztagsbetreuung, sagt Matthias Reuver, Fachbereichsleiter für Jugend, Bildung und Sport, „aber als Träger selbst ist die Stadt bisher noch nicht tätig.“ Reuver rechnet damit, dass etwa drei Viertel der Eltern eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen werden. Doch so weit ist es noch nicht. Nach den Sommerferien wird die neue Schule zunächst mit zwei ersten Klassen starten.

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