Lüdenscheid und Schalksmühle: Neue Grenzen für die Feuerwehr

Lüdenscheider Feuerwehrleute löschen auch auf Schalksmühler Gemeindegebiet – und umgekehrt. Dafür gibt es jetzt ein neues Konzept.

LÜDENSCHEID - Wird ein Feuer an der Volmestraße oder ein Unfall auf dem A-45-Zubringer Lüdenscheid-Nord gemeldet, dann muss der Anrufer den Ort des Geschehens schon ganz genau angeben.

Denn sonst passiert es, dass die Lüdenscheider Feuerwehr auf Schalksmühler Gebiet eintrifft oder umgekehrt – bei längerer Anfahrt. Um das brenzlige Problem zu lösen, wollen Lüdenscheid und Schalksmühle jetzt ihre Wachbezirksgrenzen klarer zuordnen. „Wir sind uns mit den Kameraden der Schalksmühler Wehr einig darin, dass dafür eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung beider Kommunen eine gute Lösung ist“, sagte der Lüdenscheider Wehrleiter Martin Walter dazu den LN. Der Vertragsentwurf liegt dem Bauausschuss als Feuerwehrausschuss für die Sitzung am 24. April vor, der Stadtrat entscheidet am 14. Mai dann endgültig.

Auch künftig soll demnach die Feuerwehr Lüdenscheid auf Schalksmühler Gebiet löschen und bergen – etwa da, wo sie etwa dank des Gerätehauses Brügge schneller am Einsatzort an der Volmestraße sein kann als die Schalksmühler. Die wiederum erhalten klar umgrenzte Einsatzbereiche auf dem Gebiet der Kreisstadt.

Zum Lüdenscheider Wachbezirk in Schalksmühle zählen demnach unter anderem Stephansohl inklusive Bahntunnel und Klärwerk und die Gemarkung Nöllenhammer. Die Schalksmühler sollen künftig für die Volmestraße 170 bis 187 zuständig sein, ebenso für den Bereich zwischen Schalksmühle und der vierten und letzten Bahnunterführung vor Linnepermühle – einschließlich der dortigen Bahnanlagen.

Besonders knifflig ist die Lage am A-45-Zubringer (L 692), weil hier die Gemeindegrenzen über die Straße hinweg wechseln. Hinzu kommt, dass die Auf- und Abfahrt der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord zu Schalksmühle gehören, die Autobahn selbst aber Lüdenscheider Einsatzgebiet ist. Dies gilt künftig auch für den kompletten Bereich zwischen Hülscheider Baum und dem Abzweig Worth. Von dort an bis zum Abzweig Großendrescheid inklusive der Wanderparkplätze ist die Schalksmühler Wehr gefragt.

Sie rückt auch aus, wenn zwischen Sonnenscheid und den Gemeindegrenzen zu Altena und Nachrodt-Wiblingwerde etwas passiert. Beide Gemeinden, auch das zählt zur Vereinbarung, stellen sich gegenseitig keinerlei Rechnungen für das Vorhalten von Personal, Fahrzeugen oder Löschmittel. Werden Einsätze kostenpflichtig gestellt, dann schreibt die Kommune die Rechnung, deren Feuerwehr den Einsatz tatsächlich gefahren hat.

Für Martin Walter „eine rundum vernünftige Lösung“. Der Lüdenscheider Feuerwehrchef zeigte sich obendrein zuversichtlich, dass das geplante Arbeitszeitgesetz der Europäischen Union (EU) noch kippt. Die EU-Kommission plant beklanntlich die Höchstarbeitszeit auf 48 Wochenstunden zu begrenzen – egal, ob sie haupt- oder ehrenamtlich geleistet wird. Dagegen läuft laut Martin Walter inzwischen auch der Feuerwehrverband Sturm: „Denn das würde bedeuten, dass unsere ehrenamtlichen Kräfte, wenn sie acht Stunden gearbeitet haben, am Einsatzort nach einer Viertelstunde den Helm absetzen und für den Rest des Tages pausieren müssten“, entwirft Walter ein unwirkliches Szenario. Dabei seien die Ehrenamtlichen mit Freude bei der Sache: „Das ist ein Hobby, wenn auch ein besonderes im Dienst der Mitbürger.“ Zudem beträfe ein solches Arbeitszeitgesetz alle ehrenamtlichen Bereiche, „die bundesweit zusammenbrächen“. - Thomas Hagemann

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