Lärmgutachten für Piepersloh

Neue Gewerbeflächen im Lüdenscheider Süden? Das sind die Bedenken der Anwohner

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Christian Vöcks und Martin Bärwolf (von rechts) erläuterten Anwohnern und CDU-Politikern um Dr. Antje Heider (4. von rechts), was nach derzeitigem Kenntnisstand überhaupt auf dem Gelände möglich ist.

Lüdenscheid - Am Piepersloh könnten weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Die Anwohner haben große Bedenken. Ein Gutachten spielt eine wichtige Rolle.

Weiteren Gewerbeflächen am Piepersloh stehen Anlieger kritisch gegenüber: Dies zeigte sich bei einem Ortstermin am Bremecker Weg, der auf Anregung von CDU-Ratsfrau Dr. Antje Heider stattfand. Neben etlichen Mitgliedern der CDU-Fraktion waren nahezu alle Anwohnerfamilien des Bremecker Weges der Einladung gefolgt.

Für die Stadt Lüdenscheid waren Martin Bärwolf und Christian Vöcks vom Fachbereich Planen und Bauen dabei. Es geht um ein Areal an der Treckinghauser Straße, das an Grundstücke entlang des Bremecker Weges grenzt. Ein Einleitungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes hatte auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt im April gestanden.

Auf Antrag der CDU war dieser an die Fraktionen zur Beratung zurückverwiesen worden. Bärwolf warb um Verständnis für die Stadt, die Gewerbeflächen vorhalten müsse. Allerdings habe ein Lärmgutachten gezeigt, dass an dieser Stelle weder eine laute Produktionsstelle noch Betriebe mit erheblichem Fahrzeugaufkommen möglich seien. Auch einen nächtlichen Betrieb zwischen 22 und 6 Uhr schloss Bärwolf aus.

Lärmgutachten schränkt Nutzung ein

Aber Firmen seien auch auf der Suche nach Flächen für Lagerhallen oder Verwaltungsgebäude. So etwas sei an dieser Stelle für ein bis zwei Betriebe nach erster Einschätzung möglich. Die Anwohner reagierten mit erheblicher Skepsis, ob diese Zusagen auch eingehalten würden.

Grundsätzlich äußerten sie sich nicht gegen eine Bebauung, brachten aber viele Dinge zur Sprache, die aus ihrer Sicht verlässlich geklärt werden müssten. Dabei ging es neben Lärm und Verkehr um die Entwässerung, die Geschosshöhe einer möglichen Bebauung und eventuelle Altlasten, die im Boden vorhanden sein könnten, weil dort früher Bauschutt abgelagert wurde.

Die Frage, ob nicht anstelle von Gewerbeflächen Wohnbebauung möglich sei, schlossen Bärwolf und Vöcks nicht zuletzt wegen der Nähe zur Autobahn aus. Ausdrücklich verwiesen sie darauf, dass mit der Einleitung eines Planungsverfahrens noch keine Tatsachen geschaffen würden. Er werde zunächst geprüft, was auf dem Gelände möglich sei. Die Anwohner könnten bei den öffentlichen Anhörungen Bedenken und Fragen einbringen.

Sollte sich herausstellen, dass eine Nutzung der Flächen für Gewerbe nicht möglich oder zu aufwendig sei, beispielsweise wegen möglicher Altlasten, werde das Verfahren gestoppt. „Wir spielen immer mit offenen Karten. Wir verheimlichen nichts.“ Antje Heider sagte den Anwohnern zu, sich für Transparenz einzusetzen und ihre Einwände zu berücksichtigen.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes wird am 22. Mai ab 17 Uhr erneut Thema im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt sein. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal.

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