SELH

Neue Gebührenbescheide für Eigentümer? Versiegelte Flächen im MK aus der Luft kartiert

Der SELH rechnet nach der Kartografie aus der Luft mit dem Zuwachs versiegelter Flächen.
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Der SELH rechnet nach der Kartografie aus der Luft mit dem Zuwachs versiegelter Flächen.

Die neue Gebührenordnung für Abwasser rückt näher. In der Sitzung des Verwaltungsrates des Stadtentwässerungsbetriebes Lüdenscheid Herscheid (SELH) am Dienstag präsentierte der Kaufmännische Vorstand Markus Monßen-Wackerbeck ein Zwischenfazit.

Lüdenscheid/Herscheid – Die Kartierungsflüge über das vom SELH betreute Gebiet sei abgeschlossen, ein detailliertes Luftbild mit der versiegelten Fläche im Jahr 2021 sei fertig.

Doch bisher fehlt dem SELH eine ältere Karte, um eine Entwicklung abzulesen. Andere Entwässerungsbetriebe könnten – vereinfacht gesagt – beide Luftbilder übereinanderlegen und die Entwicklung schnell ablesen, sagt Monßen-Wackerbeck. „Bei uns gibt es kein altes Gesamtbild. Dafür müssen wir die vorliegenden Flächendaten verknüpfen.“ Erschwerend käme hinzu, dass einige Pläne und Karten noch digitalisiert werden müssten, um die versiegelte Fläche im Jahr 2000 abbilden zu können. „Daran arbeiten wir gerade“, erklärt der SELH-Vorstand.

Es sei daher noch nicht möglich zu sagen, ob die versiegelte Fläche zu- oder abgenommen habe, eine Prognose wagt Monßen-Wackerbeck dennoch: „Ich gehe davon aus, dass die versiegelte Fläche um etwa 20 Prozent zugenommen hat.“

Der Grund für seine Annahme seien die Zahlen anderer Kommunen, die einen solchen Vergleich bereits durchgeführt haben. „Wir wissen von 16 Kommunen, die diese Erhebung durchgeführt haben“, sagt Monßen-Wackerbeck. Die genauen Zahlen von sechs dieser Städte oder Gemeinden seien dem SELH bekannt. „Dort hat die versiegelte Fläche zwischen 20 und 40 Prozent zugenommen.“

Dass sich die Abwassergebühren im Verhältnis dazu erhöhen, verneint der SELH-Vorstand: „Niederschlagswasser ist nur eine Kategorie in der Gebührenordnung.“ Außerdem sei zu berücksichtigen, wie Versickerungsmaßnahmen der Grundstücksbesitzer – beispielsweise Gründächer – zu bewerten seien. „Diese Fragen werden maßgeblich von der Politik beantwortet werden. Wir wollen Ende des Jahres dialogfähig sein“, sagt der SELH-Vorstand.

Damit liegt der Entwässerungsbetrieb in seinem selbst auferlegten Zeitplan. Ab Januar 2022 sollen alle erhobenen Daten in die zuständigen Gremien der Städte gegeben werden. Dort sollen die neuen Berechnungsgrundlagen für die Abwassergebühren bis Ende März in Grundzügen ausgearbeitet werden. „Ab April wollen Politik und SELH mit den Bürgern in den Dialog treten“, betont Monßen-Wackerbeck. Die Verantwortlichen möchten dabei nicht nur die Gründe für die neuen Gebühren verständlich machen, sondern Grundstücksbesitzern auch die Möglichkeit geben, sich mit eigenen Vorschlägen einzubringen.

Erst im August 2022 soll es um die Höhe der Abgaben gehen und mit den Kalkulationen begonnen werden. Läuft alles nach Plan, soll die neue Gebührenordnung 2023 in Kraft treten.

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