1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Neue Gastronomie im MK: Mango Lassi und Steakhaus am Stadtpark

Erstellt:

Von: Thomas Machatzke

Kommentare

Wandbild, Imbiss Mango Lassi, Gewürzvielfalt
Im neuen indischen Imbiss „Mango Lassi“ zeigt ein Bild an der Wand die Vielfalt der Gewürze, mit denen Benjamin Taj für die Lüdenscheider indisch kocht. © Thomas Machatzke

Neustart trotz Corona: Die Osteria am Waldschlösschen ist Geschichte, die Zukunft soll nun einem Steakhaus gehören, das Zarife und Fatmir Sadiku Ende Oktober eröffnet haben.

Lüdenscheid – Die Gastro-Szene hat eineinhalb Jahre hinter sich, die kaum schwieriger hätten sein können. Lockdown, Corona-Hilfen, Neustart unter Auflagen, dazwischen fortwährend zumindest ein gut gehendes Außer-Haus-Geschäft. Viele haben gekämpft, nicht alle haben es geschafft auf dem Markt, da ist die Bergstadt Lüdenscheid keine Ausnahme.

Doch gegessen wird immer, und so gibt es in der Pandemie auch den einen oder anderen kompletten Neustart. Zum Beispiel am Lüdenscheider Stadtpark. Die Osteria am Waldschlösschen ist Geschichte, die Zukunft soll nun einem Steakhaus gehören, das Zarife und Fatmir Sadiku quasi als „zweites Standbein“ Ende Oktober eröffnet haben. Das Ehepaar mit Wurzeln im Kosovo kommt aus Hagen. Seit gut drei Jahren führen der 44-Jährige und seine sieben Jahre jüngere Ehefrau die Pizzeria Venezia in Gevelndorf. „Wir sind auch früher fast jedes Wochenende in Lüdenscheid gewesen, uns gefällt es hier gut“, sagt Zarife Sadiku. Also entschied man sich für den Standort in der Bergstadt.

Wildgulasch für die Weihnachtszeit

Und nun also ein zweites Geschäft am Stadtpark. „Ein Steakhaus wollte ich immer schon eröffnen“, sagt Fatmir Sadiku. „Als sich hier die Möglichkeit bot und dann auch noch ein alter Freund aus Hagen Interesse hat, als Koch miteinzusteigen, da habe ich es gemacht.“ Die erste Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. „Es ist gut angelaufen“, sagt Fatmir Sadiku. „Am Wochenende ist es so gut besucht, dass ich zu Reservierungen rate.“ Das Ambiente mit Mobiliar, Theke und Weinwand haben die Sadikus von der Osteria ein Stück weit übernommen – und an die eigenen Vorstellungen angepasst. Bald soll es weihnachtlich werden, dann wird es ab dem 17. November neben den klassischen Steaks auch Wildgulasch auf der Karte geben.

„Die Leute freuen sich, denn hier ist ja ansonsten nicht so viel“, sagt Fatmir Sadiku – zwischen Brügge und dem Mercure-Hotel ist er quasi alleiniger Platzhirsch in bester Wohngegend. 45 Plätze hat das Steakhaus – 15 mehr als die Pizzeria in Gevelndorf, doch trotzdem ist das Arbeiten hier deutlich weniger stressig als im Land von Pizza und Pasta, sehr viel entspannter, selbst wenn das Steakhaus – wie an den Wochenenden – voll ist.

Alles andere als entspannt ist der Dienstagabend im neuen Olympos-Grill an der Heedfelder Straße. Die Nachfrage ist riesig, das Gyrosfleisch reicht an diesem Abend nur bis halb acht. Ein gutes Zeichen für den neuesten griechischen Grill im Lüdenscheider Stadtleben. Inhaberin des Grills ist Aikaterini Geladari – die junge Mutter überlässt zwar abends den stressigen Thekenjob meist Ehemann Bülent und Bruder Kosta Geladaris. Aber dafür bereitet sie alles vor. „Hier ist jede Sauce selbst gemacht“, sagt Kosta Geladaris, „auch das Gyros haben wir bewusst etwas anders gewählt als in vielen anderen Imbissen. Das Fleisch soll saftiger bleiben.“ Dazu setzt der neue Grill auch auf einen zusätzlichen Ofen zum Überbacken oder für die Baguette-Angebote, die es auf der Karte auch gibt. „Hier wird nicht mit der Mikrowelle gearbeitet, um etwas zu überbacken“, erklärt der Bruder der Chefin, der selbst viele Jahre im Stratos-Imbiss am Bräucken gearbeitet hat. Schwager Bülent bringt Gastro-Erfahrung aus Döner-Läden an der Knapper Straße und Wilhelmstraße mit. Und auch die Chefin war in Werdohl schon länger in der Gastronomie aktiv – als Trio indes greifen sie nun zum ersten Mal an.

Griechisches Essen in ehemaliger Eisdiele

Der Grill hat am Standort neben dem Kaufpark an der Heedfelder Straße die Räume bezogen, in denen viele Jahre eine kleine Eisdiele zu Hause war. Die Pandemie hat das Eisangebot an diesem Standort der Stadt geschluckt. Nun gibt es stattdessen die ganz breite Palette griechischen Essens. Ein paar wenige Tische und Sitzplätze im Imbiss, vor allem aber ein boomendes Außer-Haus-Geschäft – so soll der neue Olympos-Grill reüssieren. Außer montags immer von 11.30 Uhr bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen etwas kürzer (12 Uhr bis 21 Uhr). Und die ersten Eindrücke sind auch hier gut – der Lüdenscheider ist neuen Angeboten im Essensbereich sehr aufgeschlossen.

Und der Lüdenscheider ist sogar offen für etwas ganz Neues: An der Gasstraße gibt es nun schon ein paar Monate indisches Essen. „Mango Lassi – Mir wird nichts mangeln“ hat Benjamin Taj seinen Imbiss genannt. Einige wenige Sitzplätze bietet er an, aber auch er setzt auf das Außer-Haus-Geschäft. „Ganz traditionelles indisches Essen“, sagt Taj. Die Speisekarte ist umfangreich. Es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, wenn man indisches Essen mag.

Dass Taj den Weg nach Lüdenscheid gefunden hat, ist eher einem Zufall zu verdanken. Den größten Teil seines Lebens hat der 69-Jährige in Berlin verbracht. Als 18-Jähriger kam er seiner Freundin wegen in die Spree-Metropole. In seiner Heimat hatte er als Maler und Krankenpfleger gearbeitet, in Berlin dann zunächst im Jüdischen Krankenhaus als Pfleger Fuß gefasst. Doch irgendwann war ein Job in der Lebensmittelbranche finanziell attraktiver geworden. Und dann hatte er sich vorgenommen, noch einmal etwas Neues zu machen, war nach Münster gezogen. „Aber dort waren die Mieten viel zu hoch“, sagt Taj, „so bin ich im Internet auf diesen Imbiss aufmerksam geworden. Meine Unkosten kann ich gut decken, das ist okay.“

An der Gasstraße hatte es lange Zeit einen Chinesischen Imbiss mit gutem Ruf gegeben, danach einen Döner-Imbiss. Dass nun Benjamin Taj dort indisch kocht, darf durchaus als Pluspunkt für die kulinarische Vielfalt in der Bergstadt gewertet werden. Und dies als Ein-Mann-Betrieb mit einem hohen Zeitaufwand. Einen Ruhetag kennt der 69-Jährige, der inzwischen auch in Lüdenscheid wohnt und sich wohlfühlt, nicht. Wochentags öffnet Taj von 11.30 bis 14 Uhr und von 16 bis 22 Uhr, am Samstag und Sonntag „nur“ von 16 bis 22 Uhr. Die Wochenarbeitszeit für Benjamin Taj steht wohl in keinem Tarifwerk, doch er ist zufrieden. „So lange der Herr gnädig ist, arbeite ich gerne“, sagt Taj. „Es geht mir gut, die Leute sind nett, ich freue mich sehr.“ In Berlin hat er auch sechs Jahre lang in einem indischen Restaurant in Wilmersdorf gearbeitet. Sein bester Freund ist Inhaber des Bombay an der Friedrichstraße. „Das beste indische Restaurant in Berlin“, sagt er. Er hat nun das beste in Lüdenscheid. Konkurrenzlos. Willkommen in der Bergstadt.

Auch interessant

Kommentare