Neue Fachhochschule als Renditeobjekt

Ein modernes Gebäude mit vielen Studentinnen und Studenten – so stellen sich die Planer die Lüdenscheider Zweigstelle der Fachhochschule Hagen vor.

LÜDENSCHEID ▪ Im Sommer sollen die ersten rund 200 Studenten der Fachhochschule (FH) Südwestfalen im neuen Gebäude am Bahnhof lernen und experimentieren. Der gerade entstehende Neubau wird jetzt vermarktet: Wer mindestens 200 000 Euro anlegen will, kann dafür einen Fonds-Anteil an dem FH-Gebäude erwerben. 20 dieser Anteile an dem geschlossenen Fonds gibt es, etwa die Hälfte ist bereits gezeichnet.

„Die Fonds-GmbH heißt ,Private Placement Fachhochschule Lüdenscheid‘ und ist allein für dieses Objekt da“ , erklärte Robin Frenzel jetzt vor der Presse. Er ist Vorstandsmitglied der Engel & Völkers Capital AG, die den Fonds mit dem Kürzel PPFH aufgelegt hat. „Wir sind da Wiederholungstäter“, sagte Frenzel. Regionale Fonds liefen erfolgreich, weil Investoren daran neben der Sicherheit gerade die Förderung und Entwicklung der eigenen Region schätzten. „Allerdings kam der allererste Zeichner aus dem Oberallgäu“, schmunzelte der E&V-Vorstand.

Eingeschaltet wurden Engel & Völkers vom Lüdenscheider Projektentwickler Roland Rothmann. Er hatte von der Lennestädter Baufirma Mees, die den Neubau als Generalunternehmer errichtet, den Auftrag erhalten, langfristig einen Investor zu suchen. Nachdem der Kauf durch die Fondsgesellschaft in trockenen Tüchern ist, sucht Frenzel nun „Gesellschafter, die ihr Geld sicher anlegen und Ausschüttungen aus Vermietung und Verpachtung erhalten wollen.“ Wobei die privaten Anleger mit rund vier Millionen Euro Eigenkapital eine Säule der Finanzierung bildeten, die Volksbank im Märkischen Kreis die andere, „und das zu jeweils etwa 50 Prozent“.

Der Fonds, den Frenzel ein „konservatives Produkt“ nennt, bringe dem Anleger 5,75 Prozent pro Jahr bei einer Tilgungsrate von 1,25 %. Bei höchstens 20 Fonds-Investoren, die nicht nur eine ertragreiche Kapitalanlage suchen, sondern auch im wahrsten Wortsinn bis zu 600 Studienplätze schaffen wollen, sei der PPFH-Fonds „ziemlich exklusiv“, erklärte Frenzel.

Das gilt indes auch für den auf 15 Jahre einzigen Mieter: die FH, deren Mietvertrag am 1. Februar 2012 beginnt. „Wir sind angesichts unserer hohen Anmeldezahlen heute froh, uns in Lüdenscheid für einen Neubau entschieden zu haben, für dessen Finanzierung jetzt eine schnelle und solide Lösung gefunden wurde“, sagte FH-Sprecherin Birgit Geile-Hänßel . Wobei die Vorgabe, dass die Miete einen bestimmten Rahmen nicht überschreiten darf, glasklar gewesen sei. Die Rendite ergibt sich laut Frenzel bei diesem Objekt denn auch vor allem durch den günstigen Kaufpreis.

Roland Rothmann, der das FH-Gebäude verwalten wird, zollte dem Lüdenscheider Rathaus abschließend ein dickes Lob: „Dank der Zähigkeit, mit der erfolgreich um die Fördermittel gerungen wurde, entsteht mit der Denkfabrik als Bildungsquartier jetzt ein tolles Umfeld mit zahlreichen Anknüpfungspunkten für die neue Fachhochschule – Kompliment!“ ▪ Thomas Hagemann

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