Nach dem spektakulären Raser-Unfall auf der Lennestraße von Samstagabend

Neue Details zu mutmaßlichem illegalen Autorennen: Erster Hinweis auf BMW

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Durch die Wucht des Aufpralls knickte an der Worth-Kreuzung ein Ampelmast um. Die Polizei ermittelt wegen illegalen Autorennens.

Lüdenscheid - Nach dem spektakulären Raser-Unfall auf der Lennestraße von Samstagabend hat die Polizei Ermittlungen wegen Verkehrsunfallflucht und des Verdachts auf ein illegales Autorennen eingeleitet.

Laut Polizeisprecher Dietmar Boronowski gibt es einen ersten Hinweis auf das zweite Fahrzeug: Es soll sich um einen grauen 3er-BMW mit MK-Kennzeichen handeln, in dem ein einzelner Mann gesessen hat. 

Der Fahrer des Unfallwagens, ein schwarzer C-Klasse-Mercedes 220d mit AMG-Tuning-Ausstattung und Neusser Kennzeichen, hatte noch an der Unfallstelle gegenüber der Polizei abgestritten, zu schnell gefahren zu sein – „höchstens 60“, so gab er zu Protokoll. 

Illegales Rennen? Unfallspuren deuten auf zu hohe Geschwindigkeit

Doch die Unfallspuren zeigen offenbar ein anderes Bild. Demnach war der 29-jährige Dortmunder auf der rechten Fahrspur der Lennestraße in Richtung Worth-Kreuzung unterwegs. In der Rechtskurve vor der Ampel bremste er offenbar scharf ab, prallte gegen den Bordstein und verlor die Kontrolle über seinen Wagen. 

Der fast neue Mercedes – Laufleistung: gerade einmal 1500 Kilometer – hob nach Polizeiangaben regelrecht ab, flog mehrere Meter über die Mittelinsel zwischen den Fahrspuren durch die Luft und prallte in geringer Höhe über dem Boden vor einen Ampelmasten. Der mutmaßliche Gegner des Rennens floh von der Unfallstelle. 

Führerschein des Unfallfahrers beschlagnahmt

Weil der Mercedes-Fahrer sich gegen die Sicherstellung seines Führerscheins wehrte, wurde der „Lappen“ beschlagnahmt. Außerdem stellte die Polizei den demolierten Wagen sicher. Ein Sachverständiger soll nun die Fahrzeugdaten aus dem Bordcomputer auslesen. 

Nach einem Anstieg der Zahl illegaler Autorennen trat am 13. Oktober 2017 eine Strafrechtsänderung in Kraft. In Paragraf 315 d des Strafgesetzbuches heißt es dazu: „Wer im Straßenverkehr sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ 

Auf die Gefährdung anderer Menschen oder fremder Sachen von bedeutendem Wert bei einem illegalen Rennen stehen Strafen von bis zu fünf Jahren.

Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich unter Tel. 90 99 0 bei der Lüdenscheider Polizei zu melden.

Im Sauerland endete ein mutmaßliches illegales Autorennen im Sommer 2018 tödlich. Der Prozess gegen die beteiligten Fahrer steht unmittelbar vor dem Abschluss. 

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