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Neue Corona-Regeln in der Gastro im MK: „Alles ist besser als schließen“

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Von: Kerstin Zacharias

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Im Zuge der neuen 2G-plus-Regelung werden Ante (links) und Mate Renic vom Steakhaus Piepersloh ihren Gästen bei Bedarf einen Selbsttest im Bistro anbieten – wie schon nach dem ersten großen Lockdown.
Im Zuge der neuen 2G-plus-Regelung werden Ante (links) und Mate Renic vom Steakhaus Piepersloh ihren Gästen bei Bedarf einen Selbsttest im Bistro anbieten – wie schon nach dem ersten großen Lockdown. © Cedric Nougrigat

Mit der Einführung der neuen Corona-Schutzverordnung müssen sich auch Restaurants und ihre Gäste auf neue Regeln, genauer gesagt 2G plus, einstellen. Zutritt ins Lokal haben dann nur noch geimpfte oder genesene Personen, die geboostert sind oder einen tagesaktuellen Test vorweisen können.

Lüdenscheid - Musste dieser Test bislang durch eine offizielle Stelle durchgeführt werden, haben nun auch Gastronomiebetriebe, Schwimmbäder und Saunen (» Infokasten) die Möglichkeit, ihren Gästen vor Ort einen beaufsichtigten Selbsttest anzubieten.

Während unter den heimischen Gastronomen einerseits Erleichterung darüber herrscht, dass geboosterte Personen ohne zusätzlichen Test ins Restaurant dürfen, gibt es andererseits aber auch Bedenken, wie die Testungen vor Ort umgesetzt werden können. „Natürlich mache ich mir Gedanken, aber weiß derzeit nicht, wie ich das umsetzen soll“, haderte Marcus Kaufmann, Inhaber des Restaurants Heerwiese, am Mittwoch noch mit sich selbst. „Das ist wirklich schwierig.“ Grundsätzlich bräuchte es für die Testungen einen separaten Bereich sowie Personal, das diese beaufsichtigt. Und eben hier sieht er das Problem: „Ich bräuchte noch mehr Personal für derzeit weniger Gäste – und dann sind wir von der Wirtschaftlichkeit weit entfernt.“

Ich bräuchte noch mehr Personal für derzeit weniger Gäste – und dann sind wir von der Wirtschaftlichkeit weit entfernt.

Markus Kaufmann (Restaurant Heerwiese)

Ein Aspekt, für den auch Mate Renic vom Steakhaus Piepersloh größtes Verständnis hat, denn auch er weiß: „Betriebswirtschaftlich rechnet sich das nicht“, weiß er um die Schwierigkeit, wenn hohe Pachten anfallen. Dennoch steht für ihn selbst fest: „Wir werden die Tests, wie schon nach dem ersten großen Lockdown, anbieten – einfach, weil wir mit den Gästen in Kontakt bleiben möchten. Alles ist besser als zu schließen.“

Als Raum werde man dafür das Bistro nutzen, „dort können die Gäste dann mit Abstand auf das Ergebnis warten.“ Und: Für die Wochenenden hat Mate Renic einen zusätzlichen Mitarbeiter (mit medizinischen Vorkenntnissen) eingestellt, der die Testungen durchführen wird. „Ich bin sehr erleichtert, über den neuen Beschluss, weil ich Angst hatte, dass vielleicht sogar ein PCR-Test Pflicht wird“, macht Renic deutlich und betont: „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die uns da übertragen wird.“

„Wir werden das machen. Wir wollen ja niemanden nach Hause schicken“, macht Jürgen Wigginghaus von Nanni’s Kirchhahn deutlich. Da er, wie auch Mate Renic, die Erfahrung gemacht habe, dass das Gros der Gäste bereits geboostert ist, hält Wigginghaus den Aufwand am Kirchhahn für machbar.

Birgit Gadau (Küche), Gastronom Jürgen Wigginghaus und Servicekraft Jessica Strietzel (v.l.) kümmerten sich am Pfingstsonntag um die Gäste in der Außengastronomie von Nanni‘s Kirchhahn
Birgit Gadau (Küche), Gastronom Jürgen Wigginghaus und Servicekraft Jessica Strietzel (v.l.): Im Kirchhahn hält Wigginghaus den Aufwand für machbar. © Björn Othlinghaus

Zugute komme ihnen dabei, dass das Lokal sowohl über ein Zelt als auch einen überdachten Biergarten verfügt, in denen die Selbsttests dann unter Aufsicht durchgeführt werden können. „Aber ich gehe davon aus, dass das Einzelfälle sein werden.“ Deshalb kann er sich auch mit den neuen Regeln anfreunden, und verweist zudem auf die vielen anderen Maßnahmen, die von den Gastronomen bereits zum Schutz vor einer Ansteckung umgesetzt wurden. Er vermutet: „Bei schärferen Vorgaben hätten wir zumachen müssen.“

Saunadorf und Familienbad

„Grundsätzlich ist es nicht geplant, Selbsttests im Saunadorf oder Familienbad Nattenberg anzubieten. Das ist organisatorisch und personell für uns nicht zu stemmen“, machte Andreas Köster, Sprecher der Enervie-Gruppe, auf Anfrage deutlich. Auch in diesen Einrichtungen gilt seit Donnerstag die 2G-plus-Regel: Wer nicht geboostert ist, benötigt dann zusätzlich einen aktuellen Schnelltest. Mit der neuen Verordnung könnten die Einrichtungen ihren Kunden nun auch einen beaufsichtigten Selbsttest anbieten.

Grundsätzlich habe man die Erfahrung gemacht, dass ein Großteil der Kunden bereits geboostert sei – „und wir gehen davon aus, dass dies auch weiter anziehen wird.“ Auch wenn das Besucheraufkommen insgesamt in den vergangenen zwei Jahren pandemiebedingt zurückgegangen sei, so seien beide Anlagen vor allem rund um die Feiertage gut frequentiert gewesen, zumal seit einigen Wochen auch wieder Schwimmkurse für Kinder stattfinden können. „Das wird gut angenommen.“Grundsätzlich zeige die Mehrheit der Kunden Verständnis für die Coronaschutzmaßnahmen. „Die Freude über den Besuch der Anlagen überwiegt bei vielen den Aufwand“, weiß Köster.

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