Eröffnung am Samstag in den Museen

Eine veränderte Welt: Raum-Zeit-Priaten zeigen ab heute ihre Kunst 

Wunderkammer Museen Robert Sochacki
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Der polnische Lichtkünstler Robert Sochacki gestaltete die Wunderkammer in den Museen neu.

Es wird eine Eröffnung ohne Programm, die Gründe dafür liegen auf der Hand: Am Samstag ab 11 Uhr besteht erstmalig für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Ausstellung der Raum-Zeit-Piraten in der „Wunderkammer“ in den städtischen Museen zu besuchen.

Lüdenscheid - Zu sehen sein wird dann auch die neue Projektion des polnischen Lichtkünstlers Robert Sochacki in der Wunderkammer. Sequenz um Sequenz wechselte in den letzten Wochen zwischen Robert Sochacki und dem Lüdenscheider Wunderkammer-Team Tom Groll und Uli Tütemann hin und her.

Präsenz war für den polnischen Künstler nicht möglich. So musste man sich auf digitalem Weg behelfen. Ein Jahr lang bespielte Sochacki die Wunderkammer, seit Mittwoch sind neue Sequenzen zu sehen. „Das wirkt alles psychedelischer und farbiger“, sagt Tom Groll. Sochacki habe seine Sicht auf eine veränderte Welt dargestellt. Blütenkelche, die sich im Wind wiegen, der Blick in die unendliche Weiten des Waldes, hier und da ein Reh und vor allem mehr Schrift, als man es von dem polnischen Künstler gewohnt ist. „Listening to Dailyness“ hat er seine Produktion genannt, die ab Samstag in zehnminütiger Schleife läuft.

Dokumentationen in Bild und Schrift

Im Erdgeschoss wird eine rund 40-minütige Dokumentation der Wunderkammer-Aktionen der letzten Jahre gezeigt. Auch die Dokumentation in Printausgabe ist rechtzeitig fertig geworden. Noch in diesem Monat wird voraussichtlich ein Schaufenster am Rathaus auf die Wunderkammer der Zukunft in bewegten Bildern hinweisen.

Die Raum-Zeit-Piraten zeigen ab Samstag in den Museen ihre Kunst.

Tobias Daemgen, Jan Ehlen und Moritz Ellerich, die Raum-Zeit-Piraten, haben in den Museen ihre Maschine aufgebaut, eine Konstruktion aus Draht, Licht und Ton, aus Gerüststangen, altem Labormaterial, Lautsprechern, Leuchtdioden, Lasern, Linsen, Spiegeln, Motoren und Elektronik. Entstanden ist ein raumgreifendes, elektrisches Mischwesen aus analogen und digitalen Technologien. Denn das Künstlertrio setzt auf die Konfrontation zwischen Mensch und Maschine: „Was wäre, wenn Maschinen nicht nach Geometrie, sondern nach organischen Aspekten gestaltet werden? Das ist die Intention unserer Arbeit.“

Was wäre, wenn Maschinen nicht nach Geometrie, sondern nach organischen Aspekten gestaltet werden? 

Raum-Zeit-Piraten

Der Blick auf die Kunst der Raum-Zeit-Piraten ist momentan nur Geimpften, Getesteten oder Genesenen möglich. Aber eine Website mit der Adresse wunderkammer-zukunft.de ist schon online und zeigt (bewegte) Bilder der Konstruktion. So wird das Konzept der „Wunderkammer“, das sich durch den Austausch und die Präsenz der Akteure auszeichnet, auf den virtuellen Raum erweitert – unter anderem mit Mitteln der Kunst.

Die Wunderkammer der Zukunft

Im Januar 2019 wurde damit begonnen, den Münzraum im ersten Obergeschoss des Alten Amtshauses auszuräumen und zur „Wunderkammer der Zukunft“ umzugestalten. Sie sollte fortan zum Forschungslabor werden, in dem die Geschichte und die Zukunft der Stadt in der Gegenwart miteinander verknüpft werden. Themen wie Bildung, Arbeit oder auch Demokratie wurden hier diskutiert mit den jeweiligen „Stadtgefährten“, die schnell von den Wirtschaftsjunioren bis zu Ratsmitgliedern reichten. Durch eine erneute Förderung kann das Projekt nun weitergeführt werden – in Richtung Kunst.

Die „Wunderkammer der Zukunft“ wird in den Stadtraum verlagert und will Thesen, Ideen, Gedanken, Konzepte und Ansätze, die sich mit der Zukunft der Stadt beschäftigen, weitertragen. Beteiligt sind dabei Künstler, die unter anderem bereits während der „Lichtrouten“ den Stadtraum bespielt haben. Die Raum-Zeit-Piraten waren bereits 2010 in den Gewölben von Paulmann und Crone und zeigten dort ihre Installation im Rahmen des „Lichtrouten“-Oberbegriffs „Wunderkammer“.

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