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Neue Ausbildung bei der Stadt: Hier muss man richtig fit sein

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Von: Leon Malte Cilsik

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Die neuen Notfallsanitäter-Auszubildenden Joya Vrieling und Töns Krähahn und Frank Lange, Abteilungsleiter des Rettungsdienstes
In zivil: Die neuen Notfallsanitäter-Auszubildenden Joya Vrieling und Töns Krähahn kamen nach einem Schultag zum Pressetermin. Auch auf dem Foto ist Frank Lange, Abteilungsleiter des Rettungsdienstes. © Malte Cilsik

Schon jetzt überall gesucht und zukünftig noch wichtiger: Notfallsanitäter sind ein elementarer Bestandteil der deutschen Notfallversorgung. Fortan bietet auch die Stadt Lüdenscheid die anspruchsvolle Ausbildung an - doch das Auswahlverfahren hat es in sich.

Lüdenscheid – Liegestütz, Wechselsprünge, Medizinballweitwurf – die neun Testaufgaben des Feuerwehr-Eignungstests haben es in sich. Für die neuen Notfallsanitäter-Auszubildenden der Stadt waren sie aber nur die erste Hürde eines strengen Auswahlverfahrens. Erstmalig erfolgt die dreijährige Ausbildung direkt in Lüdenscheid, zuvor mussten die Brandmeister hierfür übergangsweise an eine andere Wache wechseln. Die Neuerung soll beibehalten werden.

Denn der Beruf mit dem höchsten präklinischen Ausbildungsgrad im Rettungsdienst hat Zukunft. Notfallsanitäter werden fast überall gesucht und da sie ab 2026 bei allen Rettungseinsätzen dabei sein müssen, wird der Bedarf weiter steigen. Das erklärt Frank Lange, Abteilungsleiter Rettungsdienst.

Bis dahin sind auch die früher ausgebildeten Rettungsassistenten zur eigenverantwortlichen Fahrzeugführung qualifiziert. Daher ist für Lange allerdings klar: „Wir müssen an die Zukunft denken. Erst 2026 mit der Ausbildung von Notfallsanitätern zu beginnen, wäre zu spät.“ Mit dem neuen Ausbildungsweg wolle man zudem auch Schulabgänger ansprechen, für die eine Brandmeisterausbildung durch fehlende Berufserfahrung unmöglich ist.

119 Bewerber beim Eignungstest

Die Ausschreibung fand großen Anklang: 119 Bewerber versuchten sich in diesem Sommer am sportlichen Eignungstest. Nur 25 bestanden. Unter diesen setzten sich nach verschiedenen theoretischen und einer mündlichen Prüfung Töns Krähahn (21) und Joya Vrieling (19) durch. Im Oktober begannen sie ihre dreijährige Ausbildung, die sich neben der praktischen Arbeit in der Rettungswache auch aus klinischen Praktika und schulischen Blöcken zusammensetzt.

„Blaulicht lag mir schon immer. In einer Rettungswache zu arbeiten, war ein Kindheitstraum von mir“, erzählt Krähahn. Zuvor hatte er es mit einer Ausbildung bei der Polizei versucht. Vrieling ist bereits ausgebildete Sozialassistentin und hat die Arbeit der Rettungskräfte schon immer aus der Ferne bewundert: „Schlagzeilen mit gelungenen Rettungsaktionen waren für mich immer die Spannendsten. Die Möglichkeit, anderen Menschen nun selbst helfen zu können, reizt mich.“ Im Falle einer erfolgreichen Ausbildung würde sie im Anschluss gerne Brandmeisterin werden.

Unterschiede: Notfall- und Rettungssanitäter

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter dauert drei Monate und ist mit Lehrgangskosten verbunden. Rettungssanitäter werden in der der Krankenbeförderung eingesetzt. Außerdem können sie als Fahrer in der Notfallrettung tätig werden, wo sie gemeinsam mit Notfallsanitätern und bei Bedarf auch Notärzten medizinische Notfälle versorgen.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist eine vollwertige und vergütete Berufsausbildung. Notfallsanitäter werden in der Notfallrettung eingesetzt und versorgen Patienten in medizinischen Notsituationen. Sie agieren eigenverantwortlich oder in Zusammenarbeit mit Notärzten.

Ihre ersten Ausbildungswochen haben die beiden sehr positiv erlebt. Auf eine zweiwöchige Eingewöhnungsphase in der Rettungswache mit ersten Begleitfahrten bei Einsätzen folgte ein Schulblock, um erste theoretische Grundlagen zu schaffen. „Wir sind gut in das Team integriert worden. Der Ausbildungsstandard ist hoch, so wurde uns gleich die Angst genommen, als Neulinge Fehler zu machen“, erklärt Krähahn.

Für 2022 fanden am 12. Oktober bereits die sportlichen und theoretischen Tests statt. Zeitnah werden die mündlichen Prüfungen über Krähahns und Vrielings künftige Kollegen entscheiden. Die Ausschreibung für 2023 können Interessierte im Sommer nächsten Jahres erwarten.

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