LTV-99-Projekt gerät zwischen Stadt und Hotel Mercure

Parkplatz-Streit verzögert Tennishallenneubau am Stadtpark

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Die Bäume, die dem Tennishallenneubau des LTV 99 im Weg standen, sind bereits gefällt – doch der Baubeginn verzögert sich, weil dem Verein noch eine Baulast fehlt.

Lüdenscheid - Der Tennishallenneubau des LTV 99 verzögert sich, weil Mercure-Hotel und Stadt im Streit liegen. Hoteldirektor Ronan Doran will eine fehlende Baulast für den Verein erst unterschreiben, wenn die Stadt die fehlenden 40, bereits 1972 zugesagten und auch bezahlten Parkplätze baut. Der Bürgermeister hat sich eingeschaltet: jetzt sollen die Plätze gebaut werden.

Der Lüdenscheider Tennis-Verein von 1899 am Stadtpark und sein Hallenneubau: Vor dem ersten Spatenstich türmen sich immer neue Hindernisse auf. Das neueste Problem für den LTV 99, der lieber heute als morgen mit dem Bau beginnen würde, ist eine fehlende Baulast.

Eine Baulast ist im Bauordnungsrecht eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers gegenüber der Baubehörde, bestimmte das Grundstück betreffende Dinge zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Der LTV 99 hat eine solche Baulast von Seiten des Mercure-Hotels für seine Anlage. Zum Beispiel für den Fall, dass die Feuerwehr übers Mercure-Gelände die Anlage anfahren müsste. Oder auch für den Fall, dass Arbeiten anstehen und ein Bauwagen die Anlage ansteuern müsste. 

Hängepartie wegen neuer Baulast 

Nun allerdings durch den Hallen-Neubau erlischt die alte, benötigt der Verein eine neue Baulast und mit ihr eine Unterschrift der Mercure-Verantwortlichen: Manager Ronan Doran vom Hotel aber will diese Unterschrift nicht leisten, noch nicht...

Dietmar Bielinsky berichtete den Mitgliedern des LTV 99 von einem neuen Problem, das den Beginn des Hallenneubaus verzögert. - Foto: Machatzke

„Das ist ein Riesenproblem“, berichtete Dietmar Bielinsky am Dienstagabend den Mitgliedern des LTV 99 bei der Jahreshauptversammlung. Bielinsky ist der Architekt des Hallen-Neubaus. Gemeinsam mit Anlagenwart Guido Schulte („Das ist eine Hängepartie bis dorthinaus...“), der das Projekt beim LTV 99 mit Henrich Schlötermann federführend betreut, hatte Bielinsky zuletzt alle Hindernisse genommen.

Für das Fällen der Bäume, die im Weg waren, hat der Klub eine Bürgschaft hinterlegt. Die Bäume sind inzwischen gefällt. Danach hatte die Stadt noch für vier weitere Stellplätze für die neue Halle 31.000 Euro verlangt. Einen Kompromiss hatte es nicht gegeben, obwohl die Mitglieder des LTV 99 wohl entweder Halle oder Außenplatz benutzen, der Verein diese Stellplätze also nicht unbedingt benötigt. Der Verein hat sich nun mit der Stadt geeinigt, das Geld gestaffelt auf fünf Jahre zu bezahlen.

LTV als „Unterpfand“ des Hotel-Managers gegen die Stadt

98 Parkplätze gibt es am Mercure-Hotel. 42 von der Stadt bereits 1972 zugesagte und schon bezahlte Plätze fehlen immer noch. Mit Unterstützung des Bürgermeisters sollen sie jetzt gebaut werden.

Es schien so, als könne der Hallenbau starten – bis Doran nicht unterschreiben wollte. Dabei hat der Mercure-Chef gar nichts gegen die Halle oder den Verein. Der LTV 99 sieht sich in diesem Kontext als „Unterpfand“ des Hotel-Managers gegen die Stadt. Die habe, so berichtete Schulte am Dienstag, bereits 1972 an den Vorgänger des heutigen Mercure-Hotels bei der Pacht 140 Parkplätze zugesagt und sich auch bezahlen lassen. Tatsächlich aber gibt es bis heute nur 98 Parkplätze fürs Hotel. Doran will nun 40 weitere Stellplätze – und bis er die nicht hat, will er dem LTV 99 auch diese Baulast nicht unterschreiben.

Stadt will fehlende Parkplätze jetzt bauen

Die Stadt, die den Verein inzwischen beim Hallenprojekt unterstützt (Schulte: „Bürgermeister Dieter Dzewas hat sich für uns stark gemacht.“), hat nun die Absicht, dem Mercure-Hotel die Parkplätze zu bauen. Allerdings geht dies nicht ohne genehmigten Bauantrag. Einen solchen habe die Stadt bei der Stadt, also quasi sich selbst, inzwischen gestellt, berichtete Bielinsky am Dienstagabend. So wird es wohl die Parkplätze geben fürs Hotel und auch die Halle für den Verein. „Nur wann, das kann ich heute nicht sagen“, stellte Bielinsky fest. Der nächste Gesprächstermin mit Doran ist am 20. April. Der LTV 99 hofft dann auf dessen Einlenken.

Vierteljährliche Zinslast in Höhe von 5000 Euro

Die Zeit drängt nicht nur, weil der Verein aktuell vierteljährlich 5000 Euro an Bereitstellungszinsen fürs Hallenprojekt tragen muss, zudem die 2014 – da war der Bauantrag gestellt worden – kalkulierten Kosten gehalten werden sollen. Der Verein will unbedingt am 1. Oktober die neue Halle eröffnen. Dann beginnt die Wintersaison, und mit ihr soll dann ein neuer Trainer die Jugendarbeit am Stadtpark übernehmen. Ohne eine neue Halle allerdings – so erklärten es der 1. Vorsitzende Dieter Alt und die am Dienstag ausgeschiedene Jugendwartin Ute Volz unisono – wird der Verein kaum eine Chance haben, einen guten Trainer in die Bergstadt zu locken. Eine ins Spiel gebrachte Vorab-Baugenehmigung ohne Nutzungsgenehmigung hat die Stadt abgelehnt. So hofft der LTV von 1899 nun auf diese eine letzte Unterschrift – und dann auf den schnellen Beginn der Bauarbeiten am Stadtpark.

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