1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Neuansiedlung im Ex-Bodycote-Gebäude - Unternehmen sucht noch Mitarbeiter

Erstellt:

Von: Jan Schmitz

Kommentare

Seit einem Jahr ist der ehemalige Bodycote-Standort in Lüdenscheid geschlossen. Jetzt kehrt hier wieder Leben ein.
Seit einem Jahr ist der ehemalige Bodycote-Standort geschlossen. Jetzt kehrt hier wieder Leben ein. © Cedric Oliver Nougrigat

Nach einem Jahr Leerstand laufen an der Nottebohmstraße 7 die Maschinen wieder an: Auf der Suche nach einem neuen Standort hat sich das Sprockhöveler Unternehmen Metallwaren Scharwath für Lüdenscheid entschieden.

Lüdenscheid – 25 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen. Derzeit befinden sich Inhaber Oliver Münch und sein Team noch mitten im Umzug. Dass er in Lüdenscheid gelandet ist, ist allein dem Zufall und einer privaten Vermittlung zu verdanken. Mit der Wirtschaftsförderung von Stadt oder Kreis hatte er bis heute keinen Kontakt.

Nachdem klar war, dass es am alten Standort in Sprockhövel nicht mehr weiterging, war der Inhaber zweieinhalb Jahre auf der Suche nach der passenden Halle. „Am Anfang haben wir regional gesucht, im engsten Umkreis von Sprockhövel, damit wir alle Mitarbeiter halten können. Mit der Zeit haben wir den Radius immer weiter ziehen müssen“, erinnert sich Münch. Eine Ansiedlung in Iserlohn scheiterte auf den letzten Metern, sodass das mittelständische Unternehmen auf Vermittlung von Engel&Völkers Commercial den Blick nach Lüdenscheid richtete.

Dort standen die rund 2 100 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche an der Nottebohmstraße seit der Schließung der Bodycote-Härterei im vergangenen Jahr leer. „Infrastrukturanbindung und Objektgröße sind für unsere Anforderungen ideal. Ein guter Invest und ein attraktiver Standort“, findet der Geschäftsführer. Schnell wurde man sich mit dem bisherigen Eigentümer Bodycote handelseinig. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Seit einigen Wochen schon wird die Halle saniert und renoviert. Am vergangenen Wochenende wurde das Büro und damit der Unternehmenssitz von Sprockhövel nach Lüdenscheid verlagert, am Montag und Dienstag wurden die Maschinen angeliefert und aufgestellt. Spätestens in der kommenden Woche soll die Produktion starten.

Wie befürchtet machten nicht alle Mitarbeiter den Umzug mit, da ihnen der Weg von Sprockhövel nach Lüdenscheid zu weit war. Oliver Münch sorgte vor: „Wir haben bereits vor der Verlagerung neue Mitarbeiter eingestellt, die noch in Sprockhövel eingearbeitet wurden und jetzt den nahtlosen Übergang gewährleisten“, berichtet der Chef.

Das Unternehmen Scharwath Metallwaren hat die Produktionshalle an der Nottebohmstraße 7 in Lüdenscheid gekauft und freut sich auf den Neuanfang: (von links) Inhaber Oliver Münch, Betriebsleiter Markus Mischke und Andrea Venn, Mitarbeiterin für Materialzuschnitt.
Das Unternehmen Scharwath Metallwaren hat die Produktionshalle an der Nottebohmstraße 7 gekauft und freut sich auf den Neuanfang: (von links) Inhaber Oliver Münch, Betriebsleiter Markus Mischke und Andrea Venn, Mitarbeiterin für Materialzuschnitt. © Cedric Oliver Nougrigat

Dennoch ist der Inhaber der Hans-Peter Scharwath e. K. noch auf der Suche nach fünf bis sieben zusätzlichen Mitarbeitern für Produktion und Büro am Standort in Lüdenscheid. Scharwath Metallwaren ist nach eigenen Angaben ein Produzent für hochwertige Rohrhalterungssysteme und Verbindungstechnik. Rundstahlbügel, Rohrschellen, Rohrschlitten oder Gewindeteile werden dabei nach Kundenwunsch gefertigt.

Dass er auf private Initiative in Lüdenscheid gelandet ist und hier neue Arbeitsplätze schafft, sei auch ein wenig dem Zufall und der lange erfolglosen Suche zu verdanken, sagt Oliver Münch. Nicht aber aktiver Wirtschaftsförderung. Eine Ansprache oder Unterstützung durch die örtliche Wirtschaftsförderung oder die des Märkischen Kreises habe es nicht gegeben. Dabei hätte er sich Hilfe gewünscht, insbesondere als es um Kontaktaufnahme und Verhandlungen mit den örtlichen Versorgern ging. „Ich habe mich dann selbst kümmern müssen. Das hat ja auch geklappt“, sagt Münch.

Schließungswelle

Zum 31. Oktober 2020 schloss die Bodycote-Unternehmensgruppe den Lüdenscheider Standort an der Nottebohmstraße. Dort wurden thermische Oberflächenbeschichtungen für die Automobilindustrie gefertigt. Allen 19 Mitarbeitern wurde gekündigt. Neben der Härterei in Lüdenscheid waren auch noch die Bodycote-Standorte in Remscheid, Langenfeld (Rheinland) und dem baden-württembergischen Korntal von den Schließungsplänen betroffen. Der zweite Standort im Märkischen Kreis, in Menden, blieb erhalten.

Auch interessant

Kommentare