Absperrung eines Wäldchens

Naturschutzzentrum MK plant Stacheldraht im Stilleking

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Erst war es Flatterband, mittlerweile sind es mobile 30-Meter-Zäune, die Spaziergänger im Stilleking vom Betreten des Wäldchens auf der Kuppe mit seinen umsturzgefährdeten Buchen abhalten sollen. Im Frühjahr soll es Stacheldrahtzäune geben.

Lüdenscheid - Offiziell gilt es als „temporäre Sperrung“. Doch wie lange Spaziergänger im Stilleking tatsächlich das gesperrte Buchenwäldchen auf der Kuppe aus Sicherheitsgründen umwandern müssen, weiß nur die Natur. Die vom Brandkrustenpilz befallenen Bäume können kurzfristig umstürzen, sie können aber auch noch 20 Jahre stehen.

„Wir wollen einfach die Bäume erhalten“, rechtfertigt Hans Obergruber, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums MK, die Sperrung, die bald mittels Stacheldraht noch deutlicher gemacht werden soll. Der neue Zaun soll die derzeitige mobile Umzäunung, die aufs Flatterband der Anfangszeit folgte, dauerhaft ersetzen; damit wird die Freifläche in dem betroffenen Bereich komplett abgegrenzt (siehe Planzeichnung). 

So lange es geht, wolle man das landschaftsprägende Aussehen des Buchenwäldchens bewahren, betont er. Das geht aus Sicherheitsgründen nur, wenn Spaziergänger aus der Gefahrenzone heraus gehalten werden. Rein rechtlich sei die Eigentümergemeinschaft – zu der außer dem Naturschutzzentrum unter anderem die Stadt Lüdenscheid und die NRW-Stiftung gehören – damit auf der sicheren Seite, falls doch etwas passiere, so Obergruber. Da die Wege beim Kauf des Geländes grundsätzlich für den Fußgängerverkehr gewidmet worden seien, sei die Verkehrssicherungspflicht strenger als bei Freiflächen. Obergruber: „Da hat damals niemand dran gedacht.“

Ein neues Wegstück ist geplant. Deutlich zu sehen: der dunkle Fichtenfleck im lichten Buchenbestand

Bei seinen Touren übers Gelände hat Hans Obergruber seit der ersten Absperrung im November manches Gespräch mit Spaziergängern geführt. Dabei hat er zum einen festgestellt, dass „die Leute da immer noch durchgehen“. Aber: „Wer meint, über den Zaun steigen zu müssen, dessen Bier ist es dann auch.“
 
Eine Reiterin habe sich über die Sperrung beschwert, aber dazu stellt er fest, dass das Reiten in dem Gebiet eigentlich sowieso verboten sei und lediglich toleriert werde. Zum anderen hat er von allen Gesprächspartnern gehört, „dass sie es sehr, sehr schade fänden, wenn das Wäldchen wegkäme“. Was sich mit seiner Einschätzung trifft: „Ich will die Bäume nicht abschneiden.“

Gleichwohl sind bislang nicht wenige Buchen im Umfeld notgedrungen gefällt worden. 23 habe man weggenommen, 19 davon, so habe sich im Nachhinein gezeigt, seien auch gerechtfertigt gewesen, ein halbes Dutzend davon seien sogar „besser heute als morgen“ gefällt worden. Bei einigen der alten Bäume habe, wie nach der Fällung deutlich geworden sei, der zerstörerische Pilz die Stämme bereits so stark ausgehöhlt, dass man sich zu zweit habe hineinstellen können. Und das könne man eben von außen nicht sehen.

Damit sich der erforderliche Umweg besser erschließt, ist fürs Frühjahr auch ein etwa 100 Meter langes neues Wegstück mit etwas Abstand zu den Buchen geplant. Für die Finanzierung allerdings gebe es noch kein grünes Licht von der NRW-Stiftung.

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