Verein verfügt  über 2,6 Millionen Quadratmeter Fläche

Naturschützer kaufen Moor im MK

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Baumpilze am Stilleking: Das weitläufige Areal vor den Toren Lüdenscheids soll der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ein Refugium bieten. Dieses Ziel verfolgt der Förderverein Naturschutz MK auch für etliche andere Wald- und Wiesenflächen im Kreisgebiet.

Lüdenscheid - Klimaerwärmung, Waldsterben, Insektentod – die aktuellen Nachrichten über den Zustand der Natur klingen nicht gut. Das gilt auch für das heimische Grün. Kranke Laub- und Nadelbäume, Trockenheit und Borkenkäfer-Befall sind die Stichwörter. Aus Sicht von Umweltschützern bedeutet die prekäre Diagnose im Umkehrschluss: Die Natur braucht dringend mehr Verbündete.

In dieser Rolle sieht sich schon seit Jahrzehnten der Förderverein Naturschutz Märkischer Kreis. Seit ihrer Gründung 1983 bemüht sich die gemeinnützige Organisation um den Erhalt der für das Sauerland typischen Tier- und Pflanzenwelt. Die Methode dabei: Jahr um Jahr kauft der Verein ökologisch wertvolle Areale im gesamten Kreisgebiet an, um sie dauerhaft für den Naturschutz zu retten. „Mittlerweile verfügen wir über 2,6 Millionen Quadratmeter Fläche im Märkischen Kreis“, weiß Bernd Bunge. Der Lüdenscheider ist Vorsitzender des Fördervereins Naturschutz mit seinen rund 100 Mitgliedern.

Das Wilhelmsthal zwischen Altena und Werdohl, der Steinbruch Helmke bei Iserlohn und besonders auch der Stilleking vor den Toren Lüdenscheids sind prominente Beispiele für den Einsatz der Naturschützer. Im Naturschutzgebiet Stilleking, das der Verein einst im Zusammenspiel mit dem Naturschutzzentrum Märkischer Kreis, der Stadt Lüdenscheid und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege (NRW-Stiftung) realisiert hat, finden neben den bekannten Heckrindern etwa Bodenbrüter und seltene Gräser ein Refugium. Für sein Engagement hat der der Verein in den vergangenen 37 Jahren immer wieder auch Lob von Bürgern und Politik eingeheimst.

Klärt über geplante Flächen-Ankäufe auf: Bernd Bunge, Vorsitzender des Fördervereins Naturschutz MK.

Für dieses Jahr planen die Naturschützer den Ankauf einer rund 10 000 Quadratmeter großen Waldfläche in Meinerzhagen – angrenzend an das dortige Hangmoor Braucke, das der Verein bereits in seiner Obhut hat und das als bedeutsames Biotop für Flora und Fauna gilt.

Die direkte Erweiterung von Flächen, die dem Verein bereits gehören, ist eine bewusste Strategie. Bernd Bunge: „Wir wollen Insellagen vermeiden und gezielt zusammenhängende Naturräume erhalten.“

Klar, dass derlei Projekte auch finanziert werden müssen: Sein Geld bezieht der Förderverein dabei vor allem über öffentliche Förderprogramme und über Privatspenden, auf die die Vereinsaktiven zwingend angewiesen sind. Darüber klären die Naturschützer auch in ihrem aktuellen Spenden- und Info-Brief für 2020 auf, der an Mitglieder und Freunde der Vereinigung verschickt worden ist. In dem Schreiben weisen die Autoren außerdem auf ein drohendes Verschwinden heimischer Falter-Arten hin. Wer sich für den Brief interessiert, kann sich laut Bunge ein Exemplar im Hofladen von Hof Crone an der Höhenstraße zwischen Werdohl und Lüdenscheid abholen.

Nähere Informationen über die Arbeit des Fördervereins finden sich auf dessen Internetseite unter www.natur-mk.de.

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