Napoleon-Ausstellung: Die Bedeutung von Freiheit

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Relikte und Porträts – anschaulicher als in Geschichtsbüchern.

LÜDENSCHEID - Am Freitagmittag beginnt in den Museen der Stadt am Sauerfeld die erste Schulführung durch die frisch eröffnete Ausstellung „Wider Napoleon!“. Geht es nach dem Wunsch von Ursula Delhougne und Ulrike Tütemann, beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in den Museen, werden noch unzählige solcher Führungen folgen.

Denn in den Gängen des Museums gibt es Geschichte zum Anfassen. „Man bekommt einen visuellen Eindruck dieser Zeit. Das ist anders als in Geschichtsbüchern. Die Erfahrung ist nachhaltiger“, sagt Ursula Delhougne und hofft, dass möglichst viele Lehrer der Bergstadt dies ähnlich sehen.

Drei verschiedene Typen einer Schulführung haben die beiden Damen ausgearbeitet, wobei die vorherige Kontaktaufnahme immer der beste Weg ist. Dabei erfragen sie den Wissensstand der Schüler, um sie nicht zu überfordern oder zu langweilen mit Dingen, die sie längst wissen. Der erste Typ behandelt die Quellensuche. Fragen wie „Woher stammen die Objekte in den Vitrinen?“ oder „Wie entsteht eine solche Ausstellung?“ werden dabei behandelt. „Aufgabe eines Museums ist ja auch, zu forschen“, sagt Ursula Delhougne mit Blick auf die historischen Zusamennhänge. Gedacht ist diese Führung für Schüler ab Klassenstufe 5.

Typ 2 ist eher auf Kunstkurse ausgerichtet. Hier machen die Damen auf die verschiedenen Seiten der napoleonischen Zeit aufmerksam, auf Mobiliar, auf Schmuck oder auch Porträts. In Augenschein genommen werden die Zeichnungen Goyas und die Karikaturen, in denen Napoleon als zentrale Figur auftrat, am Ende fast schon reduziert auf seinen Hut. Geeignet ist diese Führung für Schüler ab Klasse 7.

Der dritte Führungstyp geht der Frage nach: „Was ist Freiheit?“. „Wir wollen den Freiheitsbegriff definieren, die Trennung von Staat und Kirche, Reformen und die emanzipatorischen Anfänge“, erläutert Ulrike Tütemann die Intention dieser Führung, historische Ereignisse vor der Kulisse des Brandenburger Tores eingeschlossen. Denn immerhin endet der Rundgang durch die Ausstellung mit dem Blick auf verschiedene Szenarien mit weltbewegender Bedeutung am Brandenburger Tor. Die Führungen kosten pro Kopf drei Euro. Anmeldungen sind möglich unter der Rufnummer Tel. 0 23 51/171 496 oder Tel. 0 23 51/172 405. - rudi

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