Nächtlicher Überfall: Alptraum wird wahr

LÜDENSCHEID ▪ Eine Frau, die nachts alleine unterwegs ist, wird oft von einem mulmigen Gefühl begleitet. Ihre Schritte sind schnell, immer wieder wendet sie Blicke nach hinten. Ihre größte Angst – ein Überfall. Dass diese Angst leider nicht unbegründet ist, zeigt ein Fall, der jetzt vor dem Hagener Landgericht verhandelt wird.

Am 17. Oktober vergangenen Jahres begibt sich eine 19-jährige Lüdenscheiderin nach einem schönen Abend mit einer Freundin auf den Heimweg. Es ist kurz nach vier Uhr, als sie die Straße „Am Sträßchen“ erreicht. Ohne Vorwarnung wird sie plötzlich von hinten angegriffen und auf eine Wiese gezerrt. Hier reißt der 23-jährige Täter ihr mit Gewalt Teile ihrer Kleidung vom Leib. Der Mann presst der völlig geschockten Frau dabei die Hand auf den Mund und droht damit, sie umzubringen.

Opfer schreit um Hilfe

Irgendwann gelingt es dem Opfer schließlich doch, um Hilfe zu schreien. Zum Glück werden die Rufe von einem 45-jährigen Feuerwehrmann gehört. Der verständigt sofort die Polizei. Als die Beamten am Tatort eintreffen, flieht der Täter sofort in eine Garage. Kurze Zeit später kann er jedoch gefasst werden.

Jetzt muss sich der psychisch kranke Mann wegen versuchter Vergewaltigung vor dem Landgericht Hagen verantworten. Er zeigte sich geständig, schilderte die Tat bis ins kleinste Detail. Er gab an, Stimmen in seinem Kopf hätten ihn zu der Tat ermuntert.

Junge Frau leidet sehr

Für das Opfer hat sich seither vieles verändert. Die junge Frau traut sich nicht mehr, allein irgendwo hinzugehen. Wenn sie unterwegs ist, dreht sie sich sehr oft um. Die Tat an sich habe sich für sie wie eine Ewigkeit angefühlt. Fragen darüber aus ihrem Umfeld belasten die junge Frau noch immer stark. Sie leidet unter Schlafstörungen, Albträumen und Schweißausbrüchen. Inzwischen hat sie sich in therapeutische Behandlung begeben. Alle Versuche, das grausame Geschehen zu verdrängen, scheitern.

Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt.

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