Begeisterte Besucher bei der „Nacht der Operetten“

+
Beim Cancan ließen Magdalena Bönisch, Corina Zurbuchen, Anna Friederike Wolf und Nina Göbelshagen die Beine und die Röcke wirbeln. Die Zuschauer quittierten die Darbietung der Tänzerinnen mit viel Applaus.

Lüdenscheid - Schöne Stimmen, große Gefühle, ein Hauch Nostalgie und zeitlose, unvergessliche Melodien: In der „Nacht der Operetten“ konnten Besucher in der Schützenhalle am Loh für zwei Stunden den Alltag vergessen. Rund 200 Besucher tauchten in die große Zeit der Operette ein.

Von der „Maske in Blau“, die 1937 am Metropol-Theater in Berlin ihre Uraufführung erlebte, bis zum „Pariser Leben“ (1866) von Jacques Offenbach reichte die illustre musikalische Reise in die Vergangenheit. Alle großen Operettenkomponisten versammelte die World Wide Events DL GmbH in ihrer aufwändigen, mit Standing Ovations gefeierten Show. Wieder und wieder holte das Publikum, das während der Show manchen Ohrwurm klatschend begleitete, die spielfreudigen, wandlungsfähigen Akteure am Ende auf die Bühne zurück.

Zweifel, ob sich die historische Halle für eine derartige Show eignet, waren rasch verflogen. Dank moderner Tontechnik gab es an der Akustik nichts auszusetzen. Polsterstühle und Fußbodenheizung taten das Ihre, den Zuhörern den Abend in der abgetrennten Halle so angenehm wie möglich zu machen.

Mit Charme, Stimme und Schauspieltalent sangen und spielten sich die Solisten – Sieglinde Zehetbauer, Nils Schwarzenberg, Richard Neugebauer und Robert Schwartz – in die Gunst des Publikums. In wechselnden Rollen erweckten sie die bekannten Operettenfiguren zum Leben. Schmachtend umwarb der Zahlkellner Leopold Brandmeyer da seine Chefin Josepha Vogelhuber „Im Weißen Rössl“, Prinz Orlofsky aus der „Fledermaus“ hielt Hof in seinem Gartensalon, Orpheus stieg mit Offenbach hinab in die Unterwelt und so fort.

Viel Musik, Gesang und Tanz bot die „Nacht der Operetten“ den Gästen in der Schützenhalle.

In kleinen Spielszenen, mit den bekanntesten Melodien – angefangen beim Vilja-Lied (Die lustige Witwe) bis zu „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ (Der Vogelhändler) – war das Handlungsgerüst, die Stimmung und das Flair der jeweiligen Operette gegenwärtig. Ausdrucksstark, mal voller Gefühl, Sehnsucht und Wärme, mal keck und verschmitzt brachte die Solistenriege das Schönste, was Operette zu bieten hat, zu Gehör. Unter Leitung von Piotr Oleksiak spielte das große, international besetzte Orchester schwungvoll, mit Lust und Laune auf.

Als Extra-Bonbon für die Strauß-Liebhaber im Saal hatten die Musikerinnen und Musiker die Funken sprühende Tritsch-Tratsch-Polka im Gepäck. Bei Walzer, Csardas und Cancan machten die temperamentvollen Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles, die durchweg Gesangsqualitäten besaßen, eine gute Figur. Vor allem beim Cancan zeigten Magdalena Bönisch, Corina Zurbuchen, Anna Friederike Wolf und Nina Göbelshagen, was ihnen steckt. Die Herren – Rene Herbert Heit und Philip Phung – standen ihren Kolleginnen in keiner Weise, weder an Charme noch tänzerischer Ausdruckskraft nach. Aufwändige Kostüme, farbiges Licht und Effekte rundeten das stimmige Bild der Produktion ab. Idee, Regie und Choreographie stammten von Jochen Sautter. - von Monika Salzmann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare