"Das ist nicht nur Dreck, das ist gefährlich"

Nachbarn in Sorge: Jugendliche und Hundebesitzer auf Spielplatz im MK

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Zahlreiche große und kleine Glasscherben liegen verteilt auf der Tischtennisplatte und dem Boden des Spielplatzes.

Lüdenscheid – Müll, Glasscherben und Zigarettenstummel hinterlassen Gruppen meist Jugendlicher immer wieder auf dem Spielplatz an der Breslauer Straße. Anwohner sind genervt und sauer: "Das ist nicht nur Dreck, das ist gefährlich!" Für Kinder sei der Platz nicht bespielbar.

Die Scherben einer zerborstenen Flasche liegen verteilt auf der Tischtennisplatte und dem Boden des Spielplatzes an der Breslauer Straße. Ein Stück weiter schimmert der abgebrochene und scharfkantige Hals einer grünen Flasche im Licht – mitten auf dem Kies vor dem Basketballkorb. 

„Heute sieht es hier erstaunlich gut aus“, sind sich Peter Thonemann und Julia Schöppach einig und lassen die Blicke auf die leeren Plastikbecher, Tüten und Zigarettenschachteln schweifen, die sich neben den teils kaputten Sitzbänken und auf der Wiese des Spielplatzes häufen. Was mal eine Schaukel war, ist nur noch ein Gerüst, „die Sitze sind schon seit Jahren ausgehängt“, sagen die beiden. 

Ein abgebrochener Flaschenhals liegt auf dem Boden.

Die Familien wohnen nebenan, „von meiner Wohnung aus habe ich eine gute Sicht auf den Spielplatz“, sagt Thonemann. Und seit langer Zeit gebe es dort immer wieder Probleme: „Vor allem abends treffen sich hier größere Gruppen meist Jugendlicher, trotz Corona. Das sind oft locker 12, 13 Leute.“ 

Doch das alleine sei nicht das Problem, betonen sie. „Aber wie sie den Spielplatz hinterlassen“, das schon. „Denn das hier ist nicht nur Dreck, das ist gefährlich“, sagt Julia Schöppach. Sie meide den Spielplatz inzwischen mit ihren Kindern, „das letzte Mal als wir hier waren, haben sie Zigarettenstummel aus dem Sandkasten gefischt“. 

E-Mail an den Bürgermeister

Ihr Mann Christoph Schöppach hat deshalb bereits eine E-Mail an mehrere Fraktionsvorsitzende der Stadt und auch den Bürgermeister verfasst. „Ich kann es mir nicht erklären, wie man es als Stadt toleriert, dass permanent Jugendliche und Hundebesitzer trotz Verbotes auf dem Spielplatz sind und scheinbar nach Belieben alles zugemüllt und zerstört werden kann! Die Kinder in der Stadt brauchen dringend schöne und ungefährliche Spielplätze“, heißt es darin. 

Und es sei nicht das erste Mal, dass die Anwohner sich beschwert haben, wie sie sagen. Mehrfach hätten sie das Ordnungsamt sowie die Polizei gerufen, die Situation geschildert und sich Kontrollen erhofft. Doch geschehen sei nichts. „Das Ordnungsamt sagt, sie seien abends nicht mehr zuständig, sondern die Polizei. Die Polizei sagt aber ebenfalls, sie sei nicht zuständig. Und die Stadt sagt, sie könne nichts machen. Das sind Dinge, die nicht gehen.“ 

Müll befindet sich an zig Stellen auf dem Spielplatz.

Inzwischen habe die Stadt auf das Schreiben von Christoph Schöppach reagiert, wie Stadtsprecherin Marit Schulte auf Nachfrage erklärt. Allerdings sei es nur an ihn persönlich gegangen, unserer Redaktion liegt es nicht vor. Reagieren wolle man auf die Ereignisse aber: „Bisher wurde der Spielplatz einmal die Woche durch den STL gereinigt, nun soll das zweimal die Woche passieren“, sagt Schulte. 

Dennoch: Die Kapazitäten von STL und Ordnungsamt seien begrenzt, „vor allem wenn dort nahezu jeden Abend etwas los ist, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes arbeiten tagsüber. Abends entscheidet die Polizei“. Marcel Dilling von der Polizeipressestelle sind derartige Meldungen bekannt: „Gerade in den Sommerferien und während Corona ist das etwas, das wir immer wieder beobachten: Dass sich Jugendliche entgegen der Verordnung auf solchen Plätzen treffen und trinken.“

Schaukel soll zeitnah repariert werden 

Dass es sich beim Spielplatz Breslauer Straße um einen Schwerpunkt handle, sei ihm aber nicht bekannt, doch „es ist richtig, das immer wieder zu melden. Anrufen, anrufen, anrufen!“, laute der Appell. 

Immerhin: „Zeitnah“ solle die Schaukel wieder einsatzfähig gemacht werden, sagt Stadtsprecherin Schulte. Die sei von der Stadt außer Betrieb gesetzt worden, weil das Fundament wackelig und die Reparatur deshalb aufwendiger sei. 

„Eigentlich sollte das schon fertig sein“, doch die Zufahrtsstraße sei durch Baumaterialien einer benachbarten Baustelle blockiert. „Deshalb konnte das bisher noch nicht ausgeführt werden.“ Mit der Reparatur der Schaukel sollen dann auch Sitzbänke repariert und der Fallschutz erneuert werden. Einen Zeitraum konnte die Stadt aber nicht nennen.

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