Nach vielen Hürden: Mutter und Töchter wieder vereint

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„Welcome, wir freuen uns, dass ihr da seid“, hieß es im Juli im Fachdienst Migration der Diakonie nach der erfolgreichen Familienzusammenführung von Suma Akter und ihren Töchtern Angela und Pushpo. Mit im Bild Diakonie-Geschäftsführerin Iris Jänicke, Bärbel Böckelmann, ehrenamtliche Begleiterin, und Fachdienstleiter Michael Wirth (von rechts).

Lüdenscheid – Vier Jahre lang war sie von ihren beiden Töchtern Angela (10) und Pushpo (12) getrennt, vier Jahre, in denen mehr als 7000 Kilometer zwischen ihnen lagen.

Am 13. Juli durfte Suma Akter ihre beiden Mädchen endlich wieder in die Arme schließen. Ein Moment, der auch an den Verantwortlichen des Diakonischen Werks, genauer gesagt des Fachdienstes Migration, nicht spurlos vorbei gegangen ist. „Diese Familienzusammenführung erfüllt mich mit Dankbarkeit und zeigt mir, dass ich nicht nur am richtigen Fleck arbeite, sondern in einem Land, das so etwas möglich macht“, brachte es Fachdienstleiter Michael Wirth auf den Punkt. 

Suma Akter (32) stammt aus Bangladesch, gehört dort einer verfolgten Minderheit an. Doch damit nicht genug: Sie wurde mit ihren zwei kleinen Töchtern von ihrem Mann verlassen – fand keine Arbeit. Letztlich ermöglichte ihr der Vater ein Visum für Europa – doch in Paris fühlte sich Suma Akter nicht wohl. Schließlich kam sie nach Deutschland und über verschiedene Stationen nach Menden. 

Vater ermutigte Tochter, zu bleiben

„Kurz danach starb meine Mutter und ich stand vor der Entscheidung, zu meinen Töchtern nach Bangladesch zurückzukehren oder in Deutschland weiter für ein besseres Leben zu kämpfen.“ Der Vater, der sich von da an um die beiden Mädchen kümmerte, ermutigte die junge Frau zu bleiben – und sie setzte alles daran, Fuß zu fassen. 

Während sie für die Malteser in der Spätschicht arbeitete, absolvierte sie vormittags die nötigen Sprachkurse. „Es gab so viele Menschen, die mich dabei – auch finanziell – unterstützt haben“, erzählt Suma Akter. Und dazu zählte schließlich auch das Team des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, das die 32-Jährige zunächst im Rahmen der Flüchtlingsberatung und schließlich bei ihrem Wunsch, ihre Töchter nach Menden zu holen, unterstützte. 

"Ja, deine Kinder können kommen"

Nach diversen Prüfungen und Verfahren bekam Suma Akter ihre Töchter schließlich zugesprochen, kam schließlich für sie die erlösende Nachricht: „Ja, deine Kinder können kommen.“ Auch bei der Finanzierung der Tickets half der Fachdienst um Michael Wirth – und machte die Zusammenführung der Mutter und ihrer Töchter am 13. Juli schließlich möglich. 

„Dass wir Geld zur Verfügung stellen können, ist zum einen über Spenden möglich, zum anderen über Kirchensteuermittel, die es erlauben, in solchen Fällen zu helfen“, weiß Iris Jänicke, Diakonie-Geschäftsführerin beim Kirchenkreis. „Das geht nur, wenn man die Kirche im Rücken hat“, erklärt Jänicke. 

Zuversichtlich, was die Zukunft angeht

Zugleich betont sie, dass vor allem diese sich kompromisslos für Familienzusammenführungen einsetzen müsse. „In dieser Geschichte ist so viel enthalten, was uns als Gesellschaft guttun würde: Wenn wir so miteinander umgehen, dann sind wir schon ein gutes Stück weiter“, fasste es Wirth zusammen. 

Er ist zuversichtlich, dass Suma Akter, die derzeit den subsidiären Schutz genießt, in einen unbefristeten Aufenthalt „hineinwachsen“ und damit sich und ihren beiden Töchtern eine neue Zukunft aufbauen bauen kann. Ein erster Anfang folgt für Angela und Pushpo nach den Sommerferien – mit dem Besuch der deutschen Schule.

Spenden 

Wer das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg im Hinblick auf Familienzusammenführungen unterstützen möchte, kann spenden auf das Konto 562 des Evangelischen Kirchenkreises, Sparkasse Lüdenscheid, Stichwort „Familienzusammenführung“.

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