Nach Unfall auf Talstraße: Schlinge zieht sich zu

LÜDENSCHEID ▪ Die Schlinge zieht sich langsam zu. Nach dem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht auf der Talstraße – wir berichteten – hat die Polizei bei der Fahndung nach dem Täter eine heiße Spur. Das bestätigte gestern Lüdenscheids Polizeichef Bernd Scholz.

Ein winzig kleines Plastikteil, das Polizisten an der Unfallstelle vom Asphalt aufgeklaubt hatten, brachte die Ermittlungskommission auf die Fährte des Gesuchten. An dem Splitter fanden LKA-Spezialisten DNA-Anhaftungen des 22-Jährigen Fußgängers. Und an dessen Leiche befanden sich laut Scholz Mikrospuren vom Lack des Autos. Damit ist klar, um welchen Fahrzeugtyp es sich handelt und welche Farbe der Wagen hat. Über Details herrscht derzeit noch Stillschweigen.

Doch diese Erkenntnisse passen offenbar zu den Bildern, die die Videoanlage der Tankstelle an der Tal-/Ecke Volmestraße aufgenommen hat. „Rund zwei Minuten, bevor der VW Bus des ersten Zeugen den Kamerabereich passiert hat, ist das Auto des Täters dort vorbeigefahren“, sagte Scholz gestern im LN-Gespräch. Ein Bildexperte hat die Arbeit zwecks weiterer Aufklärung aufgenommen. Nach diversen LN-Berichten meldeten sich zudem weitere Zeugen, die den betrunkenen Fußgänger vor dem Unfall gesehen haben.

Inzwischen hat die Polizei außerhalb Lüdenscheids ein Auto im Visier, das zu den Spuren passt – und einen entsprechenden Unfallschaden hat. Wie der Polizeichef weiter sagte, haben die Fahnder auch schon Kontakt zu dem Verdächtigen aufgenommen. „Wir sind zuversichtlich, in Kürze ein Ergebnis präsentieren zu können.“

Doch 100-prozentige Sicherheit gibt es noch nicht. Deshalb hat die Ermittlungskommission Leichenspürhunde angefordert, die auf kleinste Gewebespuren anschlagen – und dies auch schon bei mehreren Fahrzeugen getan haben. Geschehen am Rande: Einer der Hunde sprang in seinem Eifer auf eine Motorhaube und sorgte für einen Blechschaden.

Anhand der Erkenntnisse über den gesuchten Wagen wissen die Ermittler nun, dass es von dieser Sorte bundesweit rund 40 000 Stück gibt. Kreisweit sind 50 zugelassen. Die werden zunächst sämtlich überprüft. Bernd Scholz: „Und notfalls überprüfen wir dann halt alle 40 000 Autos.“

Olaf Moos

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