Aktuell leben 116 Flüchtlinge in Lüdenscheid

Das Haus Gartenstraße 52 soll bis zum Frühjahr 88 Plätze für Flüchtlinge bieten.

Lüdenscheid - Wie dringend neue Unterkünfte für Flüchtlinge benötigt werden, zeigt ein neuer Zwischenstand bei den Zuweisungen für Lüdenscheid. Im September gab es nach Auskunft der Stadtverwaltung 20 neue Zuweisungen. Aktuell leben 116 Flüchtlinge in den beiden Übergangsheimen am Nattenberg und „An der Schnappe“.

Auch wenn es immer wieder Fluktuationen gibt, weil Menschen die Übergangsheime verlassen und zum Beispiel in Mietwohnungen der Lüdenscheider Wohnstätten AG ziehen, spricht die Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Sprache. Denn schon jetzt ist mit insgesamt 107 Zuweisungen Ende September die Zahl der Menschen in Not, die über das gesamte vergangene Jahr eine Zuflucht suchten, überschritten. 2013 waren es 105.

Mit dem Umbau des Hauses Gartenstraße 52 reagiert die Stadt auf die absehbare Steigerung. 88 Flüchtlinge sollen hier Platz finden, maximal wäre die Unterbringung von 125 möglich. Doch Verwaltung und Politik sind sich einig, dass diese maximale Auslastung möglichst nicht ausgeschöpft werden soll, um soziale Konflikte zu vermeiden. In der Ratssitzung Ende September kam die Frage auf, ob unter Berücksichtigung dieser Entwicklung ausreichend Sozialarbeiter zur Verfügung stehen. Im Bedarfsfall könne man zeitnah nachjustieren, hatte der zuständige Beigeordnete Thomas Ruschin erklärt.

Das scheint durchaus notwendig zu werden. Angesichts der zahlreichen Krisenherde und den damit stark ansteigenden Flüchtlingszahlen will das Land seine Unterbringungskapazitäten um 40 Prozent aufstocken. Das bedeutet für die Kommunen einige Wochen später, nachdem die Flüchtlinge in den Aufnahmestellen des Landes registriert worden sind, ebenfalls entsprechend reagieren zu müssen. Größere Städte wie Duisburg und Dortmund suchen händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten, und auch das betreuende Personal für die Flüchtlinge spielt eine große Rolle. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, die ihnen zur Seite stehen und sie beraten, werden dringend gesucht.

Von Martin Messy

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