Coronatest und Rückverfolgung

Nach Lockerungen: Rotlichtbetriebe im MK dürfen wieder arbeiten

Altbau hinter Blumenhecke
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Auch der Betrieb der „Wunderbar“ an der Volmestraße im Ortsteil Ahelle ist angesichts der Corona-Pandemie seit Monaten von Einschränkungen betroffen.

Mit Erreichen der Inzidenzstufe 1 gelten für zahlreiche Berufsstände lang ersehnte Lockerungen. Davon dürfte auch eine Branche der körpernahen Dienstleister profitieren, die bislang wenig Beachtung in der Öffentlichkeit gefunden hat: die Prostituierten im Kreisgebiet.

Märkischer Kreis - Doch auch deren Tätigkeit ist von der Corona-Schutzverordnung bürokratisch genau erfasst. Wie Kreis-Pressesprecher Alexander Bange bestätigt, dürfen sogenannte Sex-Arbeiterinnen ihre Dienste nun wieder anbieten.

Ihre Freier müssen allerdings einen Nachweis über einen negativen Coronatest mit sich führen sowie wegen der Rückverfolgbarkeit ihre Daten dokumentieren. Betroffen sind laut Corona-Schutzverordnung „Bordelle, Prostitutionsstätten, Swingerclubs und ähnliche Einrichtungen“.

Zwar hat die Branche angesichts der Pandemie, ähnlich wie andere Dienstleistungsbereiche, teils schwere wirtschaftliche Schäden hinnehmen müssen. Ob Prostituierte wegen der Einnahmeverluste Hartz-IV-Leistungen beantragt haben, darüber gibt es aus der Kreisverwaltung keine Angaben.

Eine einzige Insolvenz sei bekannt. Ein Gebäude in Iserlohn, in dem ein Bordell betrieben wurde, befinde sich derzeit in einer Zwangsversteigerung – allerdings „unabhängig von Corona“. Wie Bange mitteilt, gab es in diesem und im vergangenen Jahr jedoch „aufgrund der Corona-Pandemie kaum Nachfrage bezüglich Neuanmeldungen“.

Ohnehin erscheint das „horizontale Gewerbe“ im Märkischen Kreis eher überschaubar dimensioniert zu sein. Anfang des Monats gab es laut Auskunft aus dem Kreishaus „13 gemeldete, genehmigte oder in laufenden Verfahren befindliche Gewerbebetriebe“.

Dazu zählen gewerbliche Zimmervermietungen, Escort-Services und klassische Bordelle sowie Wohnwagen. Bange: „Wohnungsprostitution mit nur einer Tätigen und Swingerclubs fallen nicht unter die Erlaubnispflicht.“

Auf organisierte Hilfe wie in der Vergangenheit können Prostituierte im Kreis offenbar nicht mehr hoffen. Wie die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen mitteilt, ist der Märkische Kreis zum 14. April vergangenen Jahres aus der Förderung der Prostituierten- und Ausstiegsberatungsstelle „Tamar“ ausgestiegen.

„Lediglich mit Siegen-Wittgenstein konnte eine Fördervereinbarung geschlossen werden.“

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