Märkische Kliniken ändern 

Nach Kritik an Coronavirus-Regel: Klinikum lässt Väter wieder rein

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Väter dürfen die werdenden Mütter wieder in den Kreißsaal begleiten. 

Das am vergangenen Freitag beschlossene Besuchsverbot in den Märkischen Kliniken beunruhigt werdende Eltern. Seitdem durften keine Väter mehr in den Kreißsaal.

Lüdenscheid – Für einen Vater aus Lüdenscheid ist das eine „unnötige Härte“. Am Mittwoch kassierten die Märkischen Kliniken die umstrittene Regelung wieder – im Sinne der Mütter und Väter. Das strenge Besuchsverbot in den Märkischen Kliniken führte zu Diskussionen. 

So war es seit dem Wochenende verboten, dass Väter oder andere Familienangehörige die Mutter bei der Geburt in den Kreißsaal begleiten dürfen – wegen der Infektionsrisiken für Mütter, Neugeborene, Hebammen, Pflegekräfte und Ärzte. 

Ein Vater aus Lüdenscheid (der Name ist der Redaktion bekannt) konnte das nicht nachvollziehen. „Die Logik, keine Väter zuzulassen, entzieht sich mir. Es ist doch so, dass diese sowieso mit der Gebärenden zusammenleben und dann sowieso beide mit dem Coronavirus infiziert sind. Ich sehe darin eine unnötige Härte. Muss nun meine Frau das Kind allein auf Die Welt bringen – ohne emotionalen Beistand? Das ist sowohl für Mütter als auch für die Väter eine große Belastung“, schreibt der Vater in einer E-Mail an die Redaktion. 

Coronavirus im Kreißsaal: Kritik zum Beschluss

Für das Paar steht die Geburt ihres dritten Kindes an. Bei den beiden Erstgeborenen war der Vater selbstverständlich im Kreißsaal dabei, um seine Frau zu unterstützen. „Mir war es wichtig, für meine Frau da zu sein“, erinnert sich der Vater. 

Die gute Nachricht für die Familie folgte am Mittwoch. Da hoben die Märkischen Kliniken die „Papa-ante-portas“-Regel wieder auf. Der Krisenstab der Kliniken setzt damit die aktualisierten Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sowie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zum Infektionsschutz um. 

Coronavirus im Kreißsaal: Regelung aufgehoben

Beide Institute schließen darin eine „Geburtsbegleitung durch engste Angehörige“ nicht mehr kategorisch aus – allerdings unter strengen Auflagen. „Damit wollen wir werdenden Eltern und vor allem schwangeren Frauen ihre Ängste nehmen und sie bei diesem wichtige Ereignis bestmöglich begleiten“, teilen die Märkischen Kliniken mit. 

Ab sofort sind deshalb werdende Väter in der Geburtsbegleitung im Kreißsaal wieder zugelassen. Wie viele Geburten seit Freitag ohne väterliche Begleitung stattgefunden haben,blieb zunächst unklar. Die Begleitung beschränkt sich nicht auf die leiblichen Väter.

Geburt ohne Partner: Auch Familienangehöriger darf mit

Bei Frauen ohne Partner darf auch ein enger Familienangehöriger, ein Freund oder eine Freundin bei der Niederkunft dabei sein. Erlaubt sind zudem Besuche dieser Vertrauensperson auf der Entbindungsstation. Weitere Angehörige wie Geschwister oder Großeltern sind nicht zugelassen. 

Sollte sich die Coronavirus-Pandemie ausweiten oder neue Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts bekanntwerden, behält sich das Klinikum vor, die Regeln wieder zu verschärfen.

Auch in der Gynäkologie und der Geburtshilfe der Lüdenscheider Berglandklinik gibt es laut Internetseite ein generelles Besuchsverbot. Es gilt auch für Väter, die Mutter und Kind auf der Wochenbettstation besuchen wollen. Bei der Geburt dürfen die Väter allerdings dabei sein, wenn sie die Schutzmaßnahmen einhalten.

Wer seine Frau bei der Geburt begleiten möchte, muss sich telefonisch unter Tel. 02351/4380 anmelden.

Coronavirus im MK und in NRW: weitere Informationen

Jetzige Elternwerden aufgrund der Coronavirus-Krise entlastet: Die Landesregierung hat einen Beschluss zu Kita-Gebühren gefasst, der aufatmen lässt. Außerdem wurde am Freitag beschlossen, dass das Abitur in NRW 2020 stattfinden soll. Die Termine stehen fest. Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Märkischen Kreis lesen Sie in unserem Newsticker. Informationen zur aktuellen Lage im Land gibt es im NRW-Ticker.

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