Nach 27 Jahren: Verein Altstadtparken löst sich auf

In der neuen Parkpalette Corneliusstraße bleiben viele Stellplätze unbesetzt – nun auch die im Unterdeck, das komplett für den Verein Altstadtparken vorgesehen war.

LÜDENSCHEID ▪ Der seit 1985 bestehende Verein Altstadtparken e.V. will sich in Kürze auflösen und die überschüssigen Beiträge an seine Mitglieder zurückzahlen. Das erklärte am Abend der 1. Vorsitzende Gerald Mosbleck auf Anfrage der LN. Die Mitglieder hätten sich in einer Abstimmung mit hauchdünner Mehrheit für diesen Weg entschieden, sagte Mosbleck.

Wie berichtet, hatte sich das Aus für den Verein angedeutet, nachdem er seinen Mitgliedern in der neuen Parkpalette Corneliusstraße keine Vergünstigung der Parkgebühr mehr verschaffen konnte. Die Gebührenkommission hatte die Miete auf die allgemein zu entrichtenden 50 Euro pro Monat festgesetzt, die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (LSM) diesen Betrag dann als Angebot an den Verein weitergereicht.

Für die festen Plätze im Unterdeck der alten Palette hatten die Mitglieder früher nur 12,80 Euro zu entrichten, weil sie vor 30 Jahren durch Zahlung hoher Stellplatz-Ablösen den damaligen Bau erst möglich gemacht hatten.

Die Idee des Vereins, jetzt über eine Kostenübernahme für noch einzubauende Sicherungen der Parkplätze seiner Mitglieder (Rolltor und Gitter) eine Existenzberechtigung zu behalten, wurde von der Mehrheit in den eigenen Reihen nicht mehr angenommen.

Damit habe er durchaus gerechnet, erklärte Mosbleck. Denn heute könnten alle Anwohner für 30 Euro im Jahr ihre Autos auf den beiden oberen Decks einstellen – sofern dort ein Platz frei ist. Daher hätten einige Mitglieder und weitere Interessenten im Rahmen der Abstimmung geäußert, dass sie künftig durchaus 50 Euro im Monat zahlen würden, wenn sie dafür einen fest zugewiesenen und gesicherten Platz im ursprünglich für den Verein vorgesehenen Unterdeck erhielten. Sollten sich dafür 40 Interessenten bei ihm melden, werde er diese Liste gern an die LSM weitergeben, sagte Mosbleck, der unter der Lüdenscheider Rufnummer 3 86 32 erreichbar ist. Dann bestünde zumindest die Möglichkeit, die Etage zu sichern und zu reservieren – wenn auch nicht mehr für den Verein Altstadtparken.

Unklar sei indes, ob einzelne Mitglieder weiter Ansprüche auf feste Plätze geltend machen, was der Verein selbst nie konnte, da nur die Mitglieder damals die Ablösen bezahlt hatten. Laut Mosbleck wären solche Schritte denkbar, obwohl jetzt die neue Palette steht. Denn der Anspruch sei weder befristet noch auf ein bestimmtes Bauwerk bezogen. „Ob einer die Nerven hat, gegen den Vertrag zwischen Stadt und LSM zu klagen, ist aber zweifelhaft“, meint der Noch-Vorsitzende. Einerseits habe die Stadt der GmbH offenbar die Bewirtschaftung aller Plätze übertragen, ohne die Belange der Ablöser zu berücksichtigen. „Zum anderen hat sie beide oberen Decks für das Anwohnerparken freigegeben, und Platznöte gibt es noch nicht.“

Letzteres könne sich aber ändern, wenn sich erst herumspricht, dass die Plätze überdacht sind und nun auch das untere Deck frei zugänglich ist. Das Weihnachtsgeschäft könne für zusätzlichen Parkdruck sorgen. Womöglich werde sich aber auch herausstellen, dass die mehr als zwei Millionen Euro teure Palette in der Oberstadt heute gar nicht mehr auszulasten ist, „jedenfalls nicht zu diesen Tarifen“.

Die Anlieger-Belange mit Blick aufs Parken könnte jetzt vielleicht der Altstadtverein wahrnehmen, meint Mosbleck. Auch dafür stünde er bei Bedarf als Ansprechpartner bereit.

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