Bernd-Rüdiger Lührs nimmt Abschied vom STL

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Werkleiter Heino Lange und sein Ausschussvorsitzender Bernd-Rüdiger Lührs(r.), der sein Amt in Kürze aufgibt.

Lüdenscheid - „1989 stimmten die Zahlen nicht, da haben wir die Kalkulation zurückgegeben.“ Als die Verwaltung dieselben Zahlen erneut vorlegte, kam es in der CDU-Fraktion zum Disput über die Organisationsform für das Amt 70, das damalige Fuhramt.

Das war die Geburtsstunde des STL, des heutigen Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebes Lüdenscheid. Einer, der sich daran noch gut erinnert, ist Bernd-Rüdiger Lührs, der aus der UWG kam und zu diesem Zeitpunkt schon für die CDU im zuständigen Umweltausschuss saß. Als die Sitzungsdrucksache Nr. 07/006/090 dann noch Finanzausschuss und Rat passierte, stand zum 1. Januar 1991 die Gründung des STL als „eigenbetriebsähnliche Einrichtung“ der Stadt Lüdenscheid an. Lührs übernahm den Vorsitz des Werksausschusses, des parlamentarischen Kontrollgremiums des Betriebes. 23 Jahre später, mit dem Ende der laufenden Legislaturperiode, legt der „letzte Überlebende“ der Gründerzeit sein Amt nieder. Niemand sonst, mit Ausnahme des jetzigen Werkleiters Heino Lange, hat die ehemalige Müllabfuhr so lange begleitet.

Bekennender „Zahlenfreak“

Wenn der bekennende „Zahlenfreak“ seine politische Laufbahn beendet und den Vorsitz aufgibt, rechnet er die Kalkulationen des STL längst nicht mehr selber nach. „Das ist alles so perfekt, nicht ‘mal Rechtschreibfehler sind da drin“, lobt er die Arbeit der zuständigen Mitarbeiterin Kristina Reuber. Und dass der STL in der Rechtsform der „eigenbetriebsähnlichen Einrichtung“ geführt wird, nicht in der von ihm favorisierten Form der selbstständigen GmbH, hat er längst verschmerzt. Die Befreiung des öffentlich-rechtlichen Betriebsteils von der Mehrwertsteuer war der Preis für die noch weiter reichende Handlungsfähigkeit der GmbH, die sich Lührs gewünscht hatte.

Einzigartig für NRW

Im Gespräch mit den LN blickt er nicht ohne Stolz auf sein Kind, das noch in der Ägide von Bürgermeister Jürgen Dietrich und Kämmerer Dr. Jürgen Schmitz zur Welt kam und in dieser Rechtsform einzigartig für Nordrhein-Westfalen war – wirtschaftlich und organisatorisch eigenständig, aber zugleich Ableger der Verwaltung. 175 Menschen arbeiten inzwischen für den STL, kümmern sich um Abfälle und Wertstoffe, Straßenbeleuchtung, -reinigung und -reparaturen oder betreuen die Friedhöfe der Stadt. „Diesen Bauchladen kann man nicht in den freien Markt werfen“, sagt auch Werkleiter Heino Lange, der 2012 die Leitung von Wolfgang Klose übernommen hat. Zwischen den Großen der Entsorgungsbranche kann und will der STL gar nicht mitspielen.

Auf kommunaler Ebene gilt das nicht. Lührs hatte immer gedrängt, dass die Werkleiter sich auch aktiv wie passiv in den kommunalen Verbänden engagieren. Im Ergebnis hatte der STL damit die Nase immer im Wind bei den verschiedenen Entwicklungen im Abfallbereich. „Bis eine Stadt wie Köln eine Neuerung umgesetzt hat, dauert das eben. Wir waren da oft schneller“, sagt Lührs.

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