Nach Feuer in der Altstadt: Brandexperte forscht

LÜDENSCHEID ▪ Die Ermittlungen laufen: Nach dem Brandunglück, bei dem vorgestern Abend ein 86-jähriger Lüdenscheider in einer Wohnung an der Ringmauerstraße ums Leben gekommen ist (wir berichteten), hat gestern der Brandexperte Ernst Sandmann aus Gelsenkirchen die völlig zerstörte Wohnung in der Altstadt untersucht. Eine Aussage über die Ursache des Feuers wird für die nächsten Tage erwartet.

Der Einsatz der Lösch- und Rettungskräfte während der Ladenöffnungszeiten in der Fußgängerzone hat bei den Passanten für großes Aufsehen gesorgt. Die vorgestern vielfach gestellte Frage, ob es nötig sei, die Hauptgeschäftsstraße mit so vielen Fahrzeugen zu blockieren, beantwortete gestern der Chef der Feuer- und Rettungswache am Dukatenweg, Martin Walter.

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Wohnungsbrand in der Altstadt

Demnach müsse die Einsatzstelle entsprechend den örtlichen Gegebenheiten geordnet werden. Während die ersten Männer unter schwerem Atemschutz gegen die Flammen vorgehen, müssen im sogenannten Bereitstellungsraum weitere Kräfte bereitstehen, um die Männer im Feuer abzulösen. Walter: „Wir haben für den ersten Angriff drei Trupps mit je zwei Leuten unter Atemschutz in das Haus geschickt. Das heißt: allerhöchste Belastung. Wenn die nach höchstens 20 Minuten wieder rauskommen, sind die völlig erledigt – und werden nicht noch einmal eingesetzt.

Vorgestern sind aus der Wilhelmstraße Männer des Löschzuges Brügge nachgerückt. Weitere Kräfte der Löschzüge Stadtmitte und Oberrahmede sicherten die Reserve in der Fußgängerzone. Insgesamt waren 57 Feuerwehrmänner im Einsatz, 16 Lösch-, Rüst- und Drehleiterwagen standen in einer Schlange bis hinunter zum Sternplatz, dazu DRK-Kräfte Polizisten und Mitarbeiter der Stadtwerke, die der Feuerwehr die besten Anschlussmöglichkeiten für ihre Hydranten zeigten.

Ohnehin war der Weg durch die Wilhelmstraße zu dem brennenden Haus für die Feuerwehr sicherer als sich mit den dicken Autos durch die Altstadtgassen zu „wurschteln“. Jörg Weber, am Dukatenweg verantwortlich für den vorbeugenden Brandschutz, wies gestern im LN-Gespräch auf das „absolut unverantwortliche Verhalten von Autofahrern“ hin, die die Altststadt besuchen oder dort wohnen. „Man kann so viele Verbotsschilder aufstellen wie man will – es wird immer notorische Falschparker geben.“

Wenn ein kleiner Pkw beispielsweise auf der Marienstraße abgestellt ist, wird die vorgeschriebene minimale Durchfahrtbreite von 3,50 Metern „deutlich unterschritten“, so Weber. „Dann einen Umweg zum Einsatzort zu suchen, kostet Zeit – und vielleicht Menschenleben.“

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