1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Nach ersten Lockerungen: So funktioniert der Besuch des Bürgeramts

Erstellt:

Von: Olaf Moos

Kommentare

Service im Bürgeramt
Die Lüdenscheiderin Sina Pracht (links) hat an einem vergleichsweise ruhigen Freitag ohne Termin und Wartezeit bei Servicekraft Yeliz Makine Platz genommen. © Olaf Moos

Mal eben ins Bürgeramt gehen – das war in der Pandemie monatelang unmöglich. Seit Dienstag ist der Zwang, vorher einen Termin zu vereinbaren, passé.

Lüdenscheid - Das Team um Bürgeramts-Chef Stefan Frenz hatte deshalb mit einem Ansturm gerechnet. Nach verhaltenem Beginn ohne große Staus an den ersten zwei Tagen rannten die Bürger den Servicekräften am langen Donnerstag fast die Türen ein, so der Fachdienstleiter. Doch ganz ohne Vorsichtsmaßnahmen, Abstand und Wartezeit läuft der Betrieb immer noch nicht.

Es ist wie zu härtesten Lockdown-Zeiten: Am uniformierten Sicherheitsmann kommt keiner vorbei – ohne Auskunft darüber zu geben, mit welchem Anliegen man das Rathaus betreten und wen man aufsuchen möchte. Doch Martin Prinz und seine Kollegen vom Wachschutz WKS schlagen einen entspannten Ton an, bitten darum, sich die Hände zu desinfizieren – und schicken die Bürger zur „roten Theke“. Da steht zum Beispiel Angelika Hast, lässt sich noch mal das Anliegen erklären und vergibt Aufrufnummern.

Auch die Wartezone unterscheidet sich nicht im Vergleich zu Zeiten vor Corona. Das Jürgen-Dietrich-Forum ist bestuhlt. Von dort holen die Servicekräfte die Kunden einzeln ab und geleiten sie zu einem der Schreibtische in der Halle. Die Wartezone direkt im Bürgeramt ist laut Stefan Frenz noch zu eng, um bei einem größeren Andrang die Abstandsregeln einhalten zu können. Das gilt auch für die Theke, an der Mitarbeiterinnen nahe dem Eingang Auskünfte erteilen oder Gelbe Säcke herausgeben.

So gelangt die Lüdenscheiderin Sina Pracht an einem eher ruhigen Freitagmorgen nach nur wenigen Minuten Warterei zu einem der Serviceplätze, an den Mitarbeiterin Yeliz Makine sie geleitet hat. Die junge „Bürgeramtlerin“ blickt nach Aufhebung der Terminpflicht auf einen stressigen Donnerstag zurück.

Denn an diesem Tag ist das Bürgeramt bis 17.30 Uhr geöffnet und bietet auch Berufstätigen die Möglichkeit, nach Feierabend „mal eben“ ein paar Angelegenheiten im Rathaus zu regeln. Stefan Frenz: „Vormittags ging es noch, aber ab 14 Uhr waren alle Plätze im Jürgen-Dietrich-Forum besetzt.“ Die Schlange wurde am Nachmittag immer länger, Frauen und Männer standen noch auf dem Rathausplatz – als sie vor der Tür erfuhren: Es hat keinen Sinn, weiter zu warten, bis zur Schließung kommen nicht mehr alle dran.

So erleichternd es für die Lüdenscheider ist, ihr Bürgeramt jetzt wieder ohne Termin aufsuchen zu können, so unwägbar bleiben die Bearbeitungszeiten pro Fall. Eine ganze Familie aus dem Ausland hier anzumelden, kann Stunden dauern, den alten „Perso“ oder Reisepass zu verlängern, ist dagegen ein Klacks.

Das ist wie vor der Corona-Pandemie. Stefan Frenz: „Wir können nicht alle gleichermaßen glücklich machen.“

Auch interessant

Kommentare