Leere Bänke oder volle Klassen?

Nach Eltern-Appell: So reagieren die Schüler in Lüdenscheid

Eine Schuklasse mit Schülern, die Masken tragen
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Geht es nach der Schulplegschaft einer Lüdenscheider Schule, bleiben die Schulbänke bis nach den Osterferien leer.

Die Schulpflegschaft der Adolf-Reichwein-Gesamtschule forderte dazu auf, die Kinder nicht in den Präsenzunterricht zu schicken. Eine Flut an Abmeldungen blieb in den Schulen jedoch aus.

Lüdenscheid – Noch eine Schulwoche, bis die Osterferien starten und eine Sieben-Tage-Inzidenz, die in Lüdenscheid bei fast 300 liegt. Ralf Bechtel und Kalle Neumann, die Vorsitzende der Schulpflegschaft der Adolf-Reichwein-Gesamtschule sind, nahmen das zum Anlass, um die Eltern der Gesamtschule dazu aufzurufen, die Kinder in der Woche vor den Osterferien zu Hause zu lassen. Eine Abfrage an der Gesamtschule sowie Gymnasien und Realschulen in Lüdenscheid zeigte, dass es zwar Bedenken gab, die Kinder jedoch größtenteils in die Schule kamen.

Adolf-Reichwein-Gesamtschule

An der Adolf-Reichwein-Gesamtschule stellte Schulleiter Frank Bisterfeld fest: „Viele Eltern haben ihre Kinder schon in der letzten Woche krank gemeldet. Wir haben auf jeden Fall wesentlich mehr Anrufe als im Vergleich zur Vorweihnachtszeit.“ Dennoch bestehe weiterhin die Schulpflicht. „Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Wir haben auch geschlossen als Lüdenscheider Schulleiter in Arnsberg interveniert, aber da bewegt sich nichts.“ Generell erhofft sich Bisterfeld eine Grundsatzentscheidung in Sachen Schule.

Zeppelin-Gymnasium

„Schüler mit Symptomen sollen ja sowieso erst einmal zum Arzt gehen, bevor sie wieder in die Schule kommen dürfen“, sagt der kommissarische Schulleiter René Jaques. Generell sei die Lage momentan sehr problematisch. „Die Schulpflicht besteht weiterhin und im Grundsatz müssen wir auch dafür Sorge tragen, dass diese eingehalten wird.“ Allerdings habe es einige Krankmeldungen gegeben.

„Momentan scheint ein Magen-Darm-Infekt zu grassieren. Ich glaube nicht, dass das vorgeschobene Beschwerden sind“, sagt Jaques, der nach den Testungen der vergangenen Woche versichert: „Die Schüler können unbesorgt zur Schule kommen. Wir hatten nicht einen einzigen positiven Schnelltest.“

Bergstadt-Gymnasium

Dieter Utsch, Schulleiter des Bergstadt-Gymnasiums, ist mehr als unzufrieden mit der derzeitigen Lage. „Eigentlich stellt sich nur die Frage, ob fahrlässig oder grob fahrlässig gehandelt wird.“ Im Vergleich zur Vorweihnachtszeit habe die Landesregierung die Entscheidung, ob die Kinder in die Schule gehen oder nicht, nicht in die Hände der Eltern gelegt.

Um klar zu machen, dass die Sorgen und Bedenken groß seien, habe die Lehrerschaft des BGL einen Brief an Bürgermeister Sebastian Wagemeyer und auch Landrat Marco Voge geschrieben. „Vom Bürgermeister haben wir recht schnell eine Antwort erhalten. Auf die Antwort von Marco Voge warten wir bis heute.“

Krankmeldungen für die letzte Woche vor den Osterferien habe es kaum gegeben. „Es hat sich nicht mal eine Hand voll Schüler abgemeldet.“ Zudem habe man bisher keinen einzigen Coronafall. „Wir haben lediglich ein paar Schüler, die sich in Quarantäne befinden.“

Geschwister-Scholl-Gymnasium

Am Geschwister-Scholl Gymnasium gab es laut Schulleiterin Michaela Knaupe keine vermehrten Abmeldungen aufrund der hohen Inzidenzwerte in Lüdenscheid.

„In der vergangenen Woche haben wir mit den Testungen begonnen. Da haben die Abläufe sehr gut gepasst“, sagt Knaupe, die glaubt, „dass es für die Schüler gut ist, wieder in die Schule zu kommen“.

Richard-Schirrmann-Realschule

An der Richard-Schirrmann-Realschule gibt es ganz andere Probleme, wie Maren Schwarzelmüller sagt: „Wir haben bisher nicht einmal unsere Schnelltests bekommen. Eigentlich bringt es uns nicht viel, die Schüler noch vor den Osterferien zu testen.“ Vermehrte Abmeldungen hat die 1. Konrektorin nicht festgestellt. „Bei uns sind die halben Klassen voll.“

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