Glückliche Eltern und ein gesundes Kind

Mit Blaulicht von vollgesperrter A45! So erlebte Mama die letzten Stunden vor der Geburt

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Die glückliche Familie.

Lüdenscheid – Am vergangenen Sonntag kam es gegen 19 Uhr auf der Autobahn 45 zu einem langen Stau, weil ein Motorradfahrer gestürzt war. Mitten im Stau steckte Dominique Baurhenn. Die hochschwangere Frau war gemeinsam mit ihrem Freund Jens Schuller auf dem Weg in die Berglandklinik.

Die Wehen hatten bereits eingesetzt. Sofort machten sich die Rettungskräfte auf den Weg, die Frau zu suchen – und fanden sie nach kurzer Zeit. Am nächsten Morgen brachte Dominique Baurhenn einen gesunden Sohn zur Welt. Im Gespräch schildert die junge Mutter, wie es ihr auf der Autobahn erging.

Am Sonntag startete sie um 16 Uhr gemeinsam mit ihrem Freund Jens Schuller von Gummersbach aus in Richtung Lüdenscheid. „Ich bin selbst in der Berglandklinik geboren und auch meine Geschwister und meine Nichten. Deshalb war klar: Mein eigenes Kind soll auch dort zur Welt kommen“, sagt Dominique Baurhenn. Welches Drama folgte, hätte sie sich niemals träumen lassen.

Drama auf der A45: Schwangere steckt mit Wehen in Vollsperrung nach Motorrad-Unfall fest

„Wir hatten schon zig Baustellen auf dem Weg zur Autobahn. Und eine Landstraße war gesperrt“, schildert die junge Mutter. „Als wir dann in Meinerzhagen auf die Autobahn fuhren, ging es los mit Tempo 60. Dann zeigte das Navi an: zehn Minuten Verzögerung wegen Stau.“

Im Anschluss sei es Schlag auf Schlag gegangen: „Erst hieß es drei Stunden Verzögerung wegen einer Vollsperrung, dann waren es vier Stunden. Wir haben uns im Auto kaputt gelacht und gedacht: So etwas kann sich auch keiner ausdenken.“ Zu diesem Zeitpunkt kamen die Wehen bereits im Abstand von drei Minuten.

"Wir standen mitten auf der Autobahn"

„Als ich es sitzend nicht mehr aushalten konnte, bin ich ausgestiegen. Wir standen mitten auf der Autobahn“, schildert Dominique Baurhenn. Einige Autofahrer standen bereits auf der Fahrbahn, hätten sich unterhalten oder eine Rauchpause gemacht. „Die sind natürlich auf uns aufmerksam geworden. Alle waren sehr hilfsbereit. Wir haben zusammen gelacht und die Menschen haben angeboten, einen Rettungswagen zu rufen.“

Die werdenden Eltern selbst meldeten sich bei der Polizei. „Die Beamten haben angeboten, Streifenwagen zu schicken, die uns eskortieren oder einen Rettungswagen. Schließlich meldete sich die Leitstelle der Feuerwehr bei uns und schickte den RTW los.“ Bevor Baurhenn in die Berglandklinik gebracht werden konnte, mussten die Einsatzkräfte sie aber erst einmal finden, denn niemand wusste, wo genau sie sich befand.

Mit Blaulicht und Martinshorn durch die Rettungsgasse

„Trotzdem ging alles sehr schnell. Der Rettungswagen kam etwa 15 Minuten nach dem Anruf bei uns an.“ Die Besatzung des RTW, für die der Einsatz auch nicht alltäglich war, sei sehr nett gewesen, berichtet Baurhenn. „Wir haben uns unterhalten, gelacht und sind mit Blaulicht und Martinshorn durch die Rettungsgasse gefahren.“

Die habe am Sonntag wirklich gut funktioniert. Der Rettungshubschrauber hatte den verunglückten Motorradfahrer bereits in die nächste Klinik transportiert. So ging die Fahrt mit dem Rettungswagen ungehindert bis nach Lüdenscheid. „Ich durfte auch erst direkt vor dem Kreißsaal aussteigen“, sagt die frisch gebackene Mutter.

Auto konnte nicht im Stau stehen bleiben

„Alle haben schon geguckt und gefragt, was los sei und ob es mir gut ginge.“ In der Berglandklinik kam die werdende Mutter ohne ihren Freund an. Der musste auf der Autobahn warten, weil das Auto nicht im Stau stehen bleiben konnte. Scheinbar ließ sich das Kind auch noch Zeit, bis der Papa in der Klinik angekommen war. Am Montagmorgen erblickte Justus David um 7.47 Uhr das Licht der Welt.

Er hat die Aufregung gut überstanden und ist gesund. Das Kind war bei der Geburt 53 Zentimeter lang und wog 3598 Gramm. Dominique Baurhenn und ihr Freund Jens Schuller sind überglücklich: „Auf jeden Fall können wir etwas Aufregendes erzählen, wenn der Kleine größer ist.“ Und Dominiques Mutter, die jetzt Oma ist, scherzt: „Das ist wieder typisch für meine Tochter. Ganz normal geht einfach nicht.

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