Ungewissheit in Reisebüros

Nach Cook-Pleite: Lüdenscheider sitzen im Ausland fest

+

Lüdenscheid - Thomas Cook ist insolvent. Das hat der Vorstand des britischen Reiseveranstalters kürzlich bekannt gegeben. Bei den nordischen und kontinentalen Tochterunternehmen wurde auf Notgeschäftsführung umgestellt. Seitdem herrscht Ungewissheit – und Hochbetrieb in den Lüdenscheider Reisebüros.

Angelika Klöpping, Inhaberin des Thomas Cook Reisebüros im Stern-Center, erklärt: „Wir warten gerade neue Mitteilungen aus Oberursel ab.“ Dort hat die Thomas Cook GmbH, zu der auch Neckermann Reisen, Bucher Reisen und Öger Tours gehören, ihren Hauptsitz. 

Bekannt ist bislang nur, dass „die Durchführung von Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September nicht gewährleistet werden kann“, wie das Unternehmen mitteilte. Was mit bereits gebuchten Reisen passiert, die in der Zukunft hätten stattfinden sollen, bleibe abzuwarten, sagt Klöpping.

Bei ihr ist aktuell ein Kunde betroffen, der für heute eine Reise gebucht hat. „Ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Bislang gibt es keine Informationen, ob er trotz der Situation zum Flughafen kommen soll oder nicht.“ Hinzu kommt: Etwa zehn Kunden des Thomas Cook-Reisebüros im Stern-Center befinden sich aktuell im Ausland – in Mexiko, Bulgarien, Thailand und auf Mallorca.

„Von einer Kundin weiß ich, dass sie den Rückflug bei Quatar Airlines gebucht hat.“ Wie die anderen zurückreisen, sei dagegen bislang unklar. „Zuständig sind jetzt die jeweiligen Reiseleiter vor Ort. Wir können und dürfen von hier aus nichts unternehmen; unsere Zuständigkeit endet am Flughafen.“ Angelika Klöpping betont darüber hinaus: „Ich bin selbstständig und selbst nicht von der Insolvenz betroffen, sondern biete Thomas Cook Reisen als Franchise-Produkte an.“

Das Reisebüro im Stern-Center werde es daher auch weiterhin geben. Unverhofft kam die Insolvenz der Thomas Cook Gruppe auch für das alltours-Reisecenter Kirmse. Hier stehen die Telefone seit gestern morgen nicht mehr still, wie Inhaberin Annette Kirmse auf Anfrage erklärte. Die meisten Anrufer sind Kunden, die eine Reise in absehbarer Zukunft gebucht haben und nun wissen wollen, was mit ihrem Geld geschieht.

Das weiß Kirmse aber selbst nicht genau: „Ich habe so etwas noch nicht erlebt, vor allem nicht bei so einem großen Unternehmen. Wir sind selbst geplättet.“ Das alltours-Reisecenter bemühe sich nun um Schadensbegrenzung. „Wir machen uns schlau und helfen, wo wir können. Für uns sind aber momentan auch alle Leitungen bei Thomas Cook geschlossen.“

Lesen Sie zu diesem Thema auch: Thomas-Cook-Pleite - Deutsche Urlauber verzweifelt: „Keine Ahnung, wie wir zurückkommen“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare