Nach Bürgerentscheid hat Politik jetzt Qual der Wahl

Die Bürger entschieden gegen den Familienplatz am Jahnplatz – doch was kommt jetzt für die 890 000 Euro?

LÜDENSCHEID - Nach dem Nein der Bürger zum Mehrgenerationen-Spielplatz hat jetzt die Politik die Qual der Wahl: Eine lange Liste von Infratstruktur-Maßnahmen für die nun noch freien 890 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II legte die Stadtverwaltung gestern den Ratsfraktionen vor. Würde alles umgesetzt, müssten 2,57 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Politik ist jetzt also, wie gewünscht, am Zug: In ihren nächsten Fraktionssitzungen Ende Mai wollen sich die Parteien die Liste vorknöpfen. Im Stadtrat Anfang Juni sollen die Maßnahmen verabschiedet werden, andere – im Wert von 1,68 Millionen – sind zu streichen.

Die Fraktionen stehen damit vor schwierigen Fragen. Soll der Kinderschutzbund in die samt Außen-WC‘s für 270 000 Euro herzurichtende Jahnplatz-Umkleide umziehen? Oder wird der heutige Standort an der Freiherr-vom-Stein-Straße für 330 000 Euro saniert? Verrohrung und Toiletten für die Skaterhalle würden 95 000 Euro kosten. Für den Jahnplatz selbst ist kein Geld mehr angesetzt. Für eine Spielwiesenfläche steht in der Vorlage nur ein „Vertrag über Anschüttung“.

Gibt es für 100 000 Euro einen barrierefreien Zugang zur Musikschule, oder sollen für 150 000 Euro behindertengerechte Flurtüren ins Rathaus? Auch Fenster-Erneuerungen stehen zur Auswahl: für 57 000 Euro am Staberg, oder an drei Feuerwehr-Gerätehäusern: Stadtmitte (29 000 Euro, Piepersloh (20 000) und Brüninghausen (12 000).

Für 60 000 Euro wäre der Spielplatz im Brighouse-Park herzurichten. Es könnte aber auch neue Spielgeräte für die Uhlandstraße (40 000 Euro), die Bromberger Straße (57 000), das Schmittenstück (43 000) oder den Wermecker Grund (14 000 Euro) geben.

▪ Für je 20 000 Euro können auch die Bushaltestellen Höh (in beide Richtungen), an der Sportklinik oder am Klinikum Hellersen (beide Richtungen) barrierefrei gemacht werden.

▪ Im Sport stehen an: ein neuer Kombi-Boden (180 000 Euro) für die Halle des Bergstadt-Gymnasiums, deren Fenster- und Türensanierung (für 155 000 Euro), Ballfangzäune und Kleinspielfelder für Kunstrasenplätze (100 000 Euro), Ersatz der Glasbausteine an der Halle der Richard-Schirrmann-Realschule (53 000 Euro) oder die Sanierung der Fassade des Nattenberg-Jugendraums.

Auch der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb STL steht auf dem Wahlzettel – mit dem dicksten Brocken: 522 000 Euro würde die Ausstattung der Lennestraße mit Flüsterasphalt kosten. Und für neue Straßenbeleuchtung könnten 100 000 Euro ausgegeben werden

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