Nach Brand von Notre-Dame: So sicher sind die Lüdenscheider Kirchen

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Im vergangenen Jahr wurde die Christuskirche umfangreich saniert.

Lüdenscheid - Das verheerende Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame lenkt unweigerlich auch den Blick auf die heimischen Kirchen. Pfarrer Andreas Rose und Superintendent Klaus Majoress verweisen auf die regelmäßigen Sicherheitsbegehungen im Rahmen des „vorbeugenden Brandschutzes“ mit der Feuerwehr. Dabei würden alle wichtigen Aspekte angesprochen.

„Kirchbaumeister und Handwerker müssen bei Restaurierungen, gerade wenn es um Löt- und Schweißarbeiten geht, mit größter Vorsicht vorgehen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Jörg Weber. Auch die regelmäßige Reinigung des Glockenturms leiste einen effektiven Beitrag zum Brandschutz. Denn dort falle reichlich Staub an, der von Funkenflug, ausgelöst durch die Elektromotoren, entzündet werden könne. 

Von den Dimensionen her seien die städtischen Kirchen natürlich nicht vergleichbar mit den großen Sakralbauten. Aber die Türme der Christuskirche (61,5 Meter) und von St. Josef und Medardus (rund 54 Meter) übersteigen die maximale Ausfahrhöhe der Drehleiter von 30 Metern. „In einem solchen Fall hoffen wir, dass das Feuer frühzeitig entdeckt wird und wir eine erfolgreiche Innenbrandbekämpfung vornehmen können, oder wir fordern den 50 Meter hohen Teleskopmast der Kollegen aus Dortmund an.“

 In St. Josef und Medardus trennen beispielsweise Feuerschutztüren den Turm vom hölzernen Dachstuhl und anderen Gebäudeteilen. Für Christa Woschée, Architektin des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, steht das Gebäude an zweiter Stelle. „Entscheidend ist, dass in einem Brandfall die Kirchenbesucher schnell und sicher evakuiert werden können. Deshalb müssen Fluchtwege offen und die Wege im Gotteshaus frei und nicht etwa durch zusätzliche Stuhlreihen oder Prospektständer verstellt sein. Alle Gemeinden sind angehalten, solche Evakuierungsszenarien zu üben.“ 

In der Sicherheitsdiskussion lenkt Jörg Weber das Augenmerk auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster von 1987. Darin heißt es: „Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.“

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