Nach Attacke in Shisha-Bar: Messerstecher bleibt in U-Haft

Lüdenscheid  - Der Messerstecher aus der Dortmunder Shisha-Bar, ein 36-jähriger Lüdenscheider, bleibt in Untersuchungshaft. Das ergab ein Haftprüfungstermin, der am Freitagvormittag in der JVA „Lübecker Hof“ in Dortmund stattfand.

Damit gilt der Mann, der am 5. Mai in der Bar nahe dem Hauptbahnhof – wie berichtet – auf einen türkischen Kellner eingestochen haben soll, nach Einschätzung der Behörden nach wie vor als des Mordversuchs dringend verdächtig. Doch Strafverteidiger Dirk Löber, auf dessen Betreiben der Haftprüfungstermin zustande gekommen war, sagt dazu: „Offenbar gehen die Behörden von einem völlig anderen Sachverhalt aus als ich.“

Nach LN-Informationen haben Zeugen der Messerattacke zu Protokoll gegeben, dass es zwischen den beiden Männern schon vor dem blutigen Angriff zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen war. Insofern war der Kellner nach Löbers Auffassung nicht arglos und habe nach den ersten Schlägen mit einem Angriff rechnen können. „Damit ist die Arglist nicht gegeben, und es fällt ein Mordmerkmal weg.“

Trotzdem hat die Haftrichterin einer Entlassung des Untersuchungshäftlings widersprochen. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Prozess gegen den Lüdenscheider in spätestens einem halben Jahr eröffnet wird.

Rechtsanwalt Löber hat angekündigt, ganz auf die vorliegenden Beweismittel zu setzen – und hat seinem Mandanten empfohlen, im Ermittlungsverfahren und in der Hauptverhandlung von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen.

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