Geschäftsführer Gerhard Schmier in Ruhestand

Großer Bahnhof zum Abschied des MVG-Chefs

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Familie, Freunde, Kollegen und Honoratioren aus Stadt und Kreis erwiesen dem scheidenden MVG-Chef in der Betriebshalle an der Dammstraße die Ehre.

Lüdenscheid - Formal endet sein Arbeitsverhältnis am Silvestertag. Doch bereits am Mittwoch verabschiedeten Honoratioren aus Stadt und Kreis und aus den Reihen der MVG deren Geschäftsführer Gerhard Schmier mit „großem Bahnhof“ offiziell in den Ruhestand.

Die Betriebshalle an der Dammstraße war für den Empfang festlich hergerichtet: Bühne, Büfett und Biertheke für den Boss statt Busse. 

Die Redner, allen voran Landrat Thomas Gemke, blicken mit Wohlwollen und Anerkennung auf die Verdienste des scheidenden Chefs zurück. Zahlreiche strukturelle und technische Veränderungen und Innovationen gehen auf Schmiers Konto und haben die MVG nach übereinstimmender Einschätzung der Laudatoren auch in unruhigen Zeiten zukunftsfähig gehalten. 

Portrait: Das ist Gerhard Schmier

Der 63-Jährige, an seinem Ehrentag begleitet von seiner Familie, reagiert in seiner Ansprache eher bescheiden. „Ich bin einer, der gerne feiert, aber keiner, der sich gerne feiern lässt.“ 

Trotzdem genießt er den Zuspruch sichtlich, bedankt sich artig „für das Vertrauen, die gute Zusammenarbeit und die große Wertschätzung“ und begründet seinen Erfolg mit einem Motto, dessen Ursprung er augenzwinkernd einem Verwandten zuschreibt: „Wer vorne sein will, darf nicht hinterherfahren, sondern muss auch mal überholen.“ 

Von der beruflichen Überholspur steuert Gerhard Schmier nach der „fantastischen Zeit hier“ nun auf die Ausfahrt zu. Durchaus selbstkritisch merkt er in seinen Abschiedsworten an, dass er stets zu wenig Zeit für seine Kinder, seine Frau und Freunde hatte. 

„Das lag nicht am Job oder an der MVG, das lag an mir.“ Und es sei an der Zeit, sich bei Familie und Freunden zu entschuldigen. „Es tut mir sehr, sehr leid!“ 

Und zum Schluss wird’s vor versammeltem Publikum philosophisch. Bei der Entscheidung, jetzt in den Ruhestand zu gehen, habe er sich die Frage gestellt: „Wer bist du eigentlich?“ Darauf, sagt Gerhard Schmier leise ins Mikrophon, wisse er aktuell noch keine Antwort. „Deshalb höre ich auf, um das herauszufinden.“ 

Die ihn ehren und verabschieden, das machen die Reden deutlich, wissen sehr wohl, was sie an dem MVG-Chef hatten. Der lang anhaltende Applaus und die Präsente, auch von Bürgermeister Dieter Dzewas, sind nur die äußerlichen Zeichen.

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