MVG-Busunfall: Bremsen „ohne Wirkungsmängel“

Es war einer der spektakulärsten Unfälle der vergangenen Monate. Noch läuft die Ursachenforschung innerhalb der MVG.

LÜDENSCHEID - Es lag nicht an den Bremsen: Der MVG-Linienbus, der Heiligabend auf dem Sauerfeld führerlos die Straße hinabgerollt ist und einen Ampelmast plattgewalzt hat, war technisch voll funktionstüchtig.

Von Olaf Moos

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MVG-Sprecher Jochen Sulies bestätigt, dass das Gutachten eines eigens beauftragten Sachverständigen jetzt vorliegt. In dem Gutachten heißt es laut Jochen Sulies unter anderem: „An der Betriebsbremsanlage und an der Feststellbremsanlage an dem zu untersuchenden Bus konnten keine Wirkungsmängel festgestellt werden.“ Damit haben sich Mutmaßungen, nach der die MVG-Werkstatt bei der Wartung des Fahrzeugs nachlässig gearbeitet haben könnte, als unhaltbar erwiesen.

Nun richtet sich der Fokus der MVG-Geschäftsführung auf die Verantwortlichkeit des Fahrers. Der 23-jährige Mann aus Hagen hatte den Bus nach letzten Erkenntnissen an der Haltstelle verlassen, um eine möglicherweise defekte Tür in der Mitte des Wagens zu kontrollieren. Da setzte sich der Bus in Bewegung. Zum Unfallzeitpunkt waren keine Passagiere an Bord.

Allein am Fahrbahntrenner, an einer Laterne und an dem Ampelmasten entstand ein Sachschaden von mindestens 50 000 Euro. Über die Höhe des Sachschadens am Bus gab es keine Auskunft.

Ob dem 23-Jährigen – er war nach LN-Informationen noch in der Probezeit – Fahrlässigkeit oder sogar grobe Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden kann, ob er für die Unfallfolgen haften muss oder ob ihm dienstrechtliche Konsequenzen drohen, darüber gibt die MVG-Geschäftsleitung nichts bekannt. Jochen Sulies im LN-Gespräch: „Personelle Angelegenheiten werden von uns grundsätzlich nicht öffentlich diskutiert.“

Busunfall in Lüdenscheid

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