BGL-„bretterhaus“ inszeniert „Gefängnisse des Lebens“

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Das „bretterhaus“-Ensemble inszeniert „Gefängnisse des Lebens“.

Lüdenscheid - Schnell noch die Gesamtansicht ins Internet posten, wenngleich es auch nicht viel zu sehen gibt außer leeren Stuhlreihen im großen Saal des Kulturhauses. Die richtigen Schuhe an, den passenden Umhang, Laptop und Ghettoblaster in Position, Europaletten hin und her schieben – endlich sind alle Schülerinnen und Schüler der Theater-AG „bretterhaus“ des Bergstadtgymnasiums auf Position. Was fehlt, sind die Zuschauer – noch.

Die erste Probe im Kulturhaus ist immer spannend. Am 1. und 2. Juni will das „bretterhaus“-Ensemble das Stück „Gefängnisse des Lebens“ im großen Saal präsentieren, frei nach Schillers „Die Räuber“. Ziemlich frei, denn die moderne Version des Klassikers ist das weibliche Pendant. Im Fokus des Stücks stehen Schwesternrivalität, Zickenkrieg und Frauenpower.

Julia Pütz und Christiane Meißner, Pädagogen am BGL, geben letzte Anweisungen. Dann verteilen sich die Räuber – pardon, die Räuberinnen – kreuz und quer im menschenleeren Saal als Entrée in die Inszenierung. Die ungleichen Schwestern Charlotte und Franziska Moor sehen sich in ihrem Leben mit unterschiedlichen „Gefängnissen“ konfrontiert: verborgene Sehnsüchte, verlorene Träume und familiäre Beziehungen, die von Eifersucht und Egoismus geprägt sind.

Franziska versucht durch Intrigen ihre ältere Schwester auszuspielen, um an das Erbe heranzukommen und den (Ex-)Freund Charlottes zu erobern. Charlotte ist die unfreiwillige Wortführerin einer Bande junger Frauen, von denen jede auf ihre eigene Weise versucht, aus dem individuellen Gefängnis ihres Lebens auszubrechen. Dabei verlieren sie das gemeinsame Ziel und das Gefühl der Gemeinschaft, die sie zu haben glaubten.

Auf der Bühne spielen Constanze Czimmeck, llayda Yildirim, Annemarie Hasbay, Evangelos Sioumentis, Konstantina Otto, Franziska Bruck, Viktoria Pfafenrot, Leonie Kohl, Emilie Ludet, Laura Gust. Dana Glörfeld, Dana Schrenner, Tabea Pape, Hannah Weinbrenner und Jennifer Sterzer.

Noch sitzt der Text nicht zu 100 Prozent. Souffleuse Linda Schmermbeck greift murmelnd ein, während Matthis Goj und Akshay Anger am Laptop den richtigen musikalischen Einsatz wählen. Das Regisseurinnen-Duo wechselt immer wieder den Sitzplatz. Am 1. und 2. Juni (jeweils ab 19.30 Uhr) soll schließlich jeder gut hören und sehen können, wie Familie Moor ihre Probleme löst. Karten sind etwa sechs Wochen vor der Veranstaltung zu haben.

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