Mutmaßliche Drogendealer freigesprochen

LÜDENSCHEID ▪ Mit Freisprüchen und einem warmen Händedruck für Strafverteidiger Rolf Holthaus endete jetzt ein Verfahren gegen zwei Angeklagte, denen vor dem Jugendschöffengericht Rauschgifthandel vorgeworfen worden war. Die Beweislage war allzu dünn.

Pflichtbewusste Polizisten? Dreiste Drogendealer? Verlogene Zeugen? Oder: übereifrige Beamte, unschuldige Passanten, glaubwürdige Beobachter? Der Prozess vor dem Jugendschöffengericht um einen Vorfall im Brauhaus-Biergarten sollte Klarheit bringen. Doch die Verhandlung platzte. Zwei der vorgeladenen Polizisten – die Hauptbelastungszeugen – erschienen nicht. Offenbar waren sie dienstlich verhindert.

Bei der Neuauflage war immerhin einer der beiden Beamten im Zeugenstand. Der andere fehlte erneut. Der Zeuge sollte berichten, wie er und sein Kollege den mutmaßlichen Dealern auf die Schliche gekommen waren. Doch Juristen und Prozessbeobachter waren sich nach der Aussage einig: Es reicht nicht.

Zwar fiel der Polizist, wie es hieß, durch ein „recht selbstsicheres Auftreten“ auf. Zwar bedeutete er dem Vorsitzenden Richter, der weiteren Klärungsbedarf sah, kurz angebunden: „Ich lasse keine Zwischenfragen zu.“ Aber die Qualität seiner Aussage ließ auch nach Einschätzung von Rechtsanwalt Holthaus wegen Widersprüchlichkeiten und Ungenauigkeiten „einigermaßen stark zu wünschen übrig“. Die beiden Angeklagten, 32 und 19 Jahre alt, konnten sich zurücklehnen – und durften sich zu Recht unschuldig fühlen.

Das Jugendschöffengericht sprach die Angeklagten mangels Beweisen frei.

Olaf Moos

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare