Überraschender Anstieg

B.1.1.7 in jeder Stadt: Dramatischer Anstieg von Mutations-Nachweisen bei Corona-Fällen im MK

Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
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Im westfälischen Hamm fuhr das Gesundheitsamt unterstützt von der Polizei einen Großeinsatz, nachdem die Mutation nachgewiesen wurde. Im Märkischen Kreis bleibt man gelassen.

Die Zahl der Nachweise der britischen Corona-Mutante B.1.1.7 im Märkischen Kreis ist deutlich höher als angenommen. Auf konkrete Nachfrage unserer Zeitung erklärte das Gesundheitsamt am Freitag, dass inzwischen 236 Mutations-Fälle im gesamten Kreis aktenkundig sind.

Märkischer Kreis – Noch am Dienstag waren lediglich 22 Fälle bestätigt worden. Der ungewöhnlich starke Anstieg ist nach Informationen unserer Zeitung auf Nachmeldungen älterer Fälle – der erste bestätigte Fund datiert vom 4. Februar – und die neue Teststrategie des Kreises zurückzuführen. Seit etwa einer Woche werden alle positiven Testergebnisse mittels Typisierung auf Mutanten hin untersucht. Zuletzt gingen daraufhin fast stündlich neue Bestätigungen ein.

Wie der Kreis mitteilt, ist die britische Mutation bereits in allen Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises nachgewiesen worden. Eine genaue Aufschlüsselung nach Kommunen legte der Kreis zunächst nicht vor. Beispielhaft wurden die Meldungen aus den größten beiden Städten am 16. Februar (Dienstag) genannt.

Innerhalb von 24 Stunden erreichten das Gesundheitsamt an diesem Tag 19 nachgewiesene Fälle der britischen Mutation aus Iserlohn; aus Lüdenscheid waren es zwölf. Die Mutante B.1.1.7 gilt nach bisherigen Erkenntnissen als ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Neben der britischen Variante wurde in einem Fall auch die dänische Variante H69/V70 entdeckt. Sie zählt nach Angaben des Kreises aber nicht zu den problematischen Mutationen.

Neben den Typisierungen hat der Märkische Kreis auch die Möglichkeit, gezielt Gensequenzierungen von verdächtigen Positivfällen in Auftrag zu geben. Ergebnisse dieser bislang sieben Proben liegen noch nicht vor. „Der Kreis setzt auf ein besonderes Verfahren, mit dem Mutationen nachgewiesen werden können. Vorteil des variantenspezifischen PCR-Tests: die Ergebnisse liegen im Regelfall binnen 48 Stunden vor. Bei einer Sequenzierung dauert es zehn bis 14 Tage, bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt“, erklärt Kreissprecher Alexander Bange.

Die Corona-Lage im Märkischen Kreis bleibt derweil angespannt. Der heimische Kreis weist mit 86,5 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner nach wie vor die dritthöchste Sieben-Tage-Inzidenz in ganz NRW auf – nach Hagen (109) und Solingen (108). Dennoch gebe es im Krisenstab des Kreises derzeit keine Pläne, die Coronaschutzbestimmungen lokal zu verschärfen, hieß es aus dem Kreishaus.

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