„Es muss schon passen“ in der Senioren-WG

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Marion Valsamis (re.) mit Betreuerin Nina Weber und den Bewohnern Michael Bertram (li.) und Peter Höttger.

Lüdenscheid - Die Idee kam Marion Valsamis vor gut einem Jahr. Das Haus in direkter Nachbarschaft stand zum Verkauf. „Warum sollte man darin nicht Platz für eine Seniorenwohngemeinschaft schaffen“, überlegte die 57-Jährige, holte sich Rat ein und schritt zur Tat.

Jetzt steht auf einem Schild direkt neben dem Eingang zur Hausnummer 20 „Seniorenwohngemeinschaft Am Breitenloh“. Mehr als 30 Jahre hat sie in der ambulanten Pflege gearbeitet und auch pflegende Angehörige beraten. Fachwissen ist also genügend vorhanden.

Marion Valsamis ist Vermieterin der sechs Zimmer, die sich auf zwei Ebenen befinden. Die beiden Badezimmer sind behindertengerecht beziehungsweise mit einem Badewannenlift ausgestattet. Eine Gemeinschaftsküche wurde nach dem Umbau eingerichtet, hinzu kommen ein Abstell-, Mehrzweck- und Hauswirtschaftsraum sowie mehrere Kellerräume. Vom Erdgeschoss führt ein Treppenlift in die erste Etage. Der Garten wird gemeinschaftlich genutzt. „Jeder Mieter gestaltet seinen Wohn-/Schlafraum selbst nach seinen eigenen Vorstellungen. Das ist für die Bewohner sehr wichtig“, weiß die WG-Leiterin. „Ziel der WG ist, ein hohes Maß an Selbstständigkeit auch bei schwerer Pflege und Hilsbedürftigkeit zu erhalten. Vier Präsenzkräfte lösen sich Tag für Tag ab, eine 24-Stunden-Kraft wohnt unterm Dach. Der Pflegedienst ist frei wählbar, derzeit ist es „Lilias Ambulanter Pflegedienst“ mit zwei festen Schwestern, die im Wechsel in die Senioren-WG kommen. Ob Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Fußpflege oder Friseur – was notwendig ist für die Bewohner, wird ermöglicht. Auch ein Therapie-Hund, der Golden Retriever „Lucky“, mischt mit, wenn dies gewünscht wird.

Die Mitwirkung der Bewohner bei der Alltagsgestaltung ist wichtiger Teil des Konzepts. Ist dies krankheitsbedingt nicht mehr möglich, werden die Angehörigen bei der Planung und Organisation mit einbezogen. Dabei werden Lebensgewohnheiten, Erfahrungen sowie familiäre und soziale Kontakte groß geschrieben.

Wer einzieht, schließt mit Marion Valsamis einen Mietvertrag, in dem Miete plus Nebenosten festgelegt sind. Hinzu kommt eine Betreuungspauschale. Zudem sorgt sie für Essen und Trinken. Um die Erstattung der Pflegekosten – Verhinderungspflege – müssen sich die Angehörigen kümmern.

Zurzeit sind vier der sechs Zimmer belegt. Peter Höttger ist seit gut drei Monaten in der WG. Nach einer schweren Erkrankung war es seiner Familie nicht mehr möglich, ihn Zuhause zu pflegen. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt der 72-Jährige. Michael Bertram freut sich über den Besuch des CVJM-Posauenchors, und Ingeborg Schröder liebt es, im Rollstuhl durchs Viertel geschoben zu werden. Ingrid Sinn liest gern die Tageszeitung und beobachtet die Natur. „Es muss schon für jeden passen“, sagt Marion Valsamis.  ‘ Kommentar

Weiter Infos unter 0 23 51 /8 94 82 05 oder 0 15 7/ 54 68 20 33. E-Mail: seniorenwg.ambreitenloh@gmx.de

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