„Wilder Müll“ treibt Kosten hoch

+
Eine Kolonne von Wolfgang Mehlich (Mitte) säubert das Areal neben dem Kunststoffinstitut an der Bahnhofsalllee.

LÜDENSCHEID - Die „wilden Müllkippen“ im Stadtgebiet bleiben ein offenbar konstant hoher Kostenfaktor: 665.000 Euro musste der Stadtreinigungs-, Transport und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) im Jahr 2013 zusätzlich ausgeben.

So viel kostete es, um im Jahr 2013 rund 445 Tonnen achtlos oder mutwillig weggeworfene Abfälle und Müll aller Art von den Straßen (vor allem im Bereich von Ampeln), aus Grünanlagen oder aus Wäldern einzusammeln. „Das macht 6,7 Prozent der Gebühren aus, die alle Haushalte im vergangenen Jahr fürs Einsammeln und den Transport des Lüdenscheider Hausmülls und hausmüllähnlichen Gewerbeabfalls zahlen mussten“, erklärte Frank Bäcker, Leiter des STL-Recyclinghofes.

Während die angelieferte Menge der wiederverwertbaren Abfälle auf dem STL-Recyclinghof 2013 um 620 Tonnen von 8333 (2012) auf 7713 Tonnen zurückging, lag die Menge „wilden Mülls“ mit 445 Tonnen im letzten Jahr lediglich um 0,47 Prozent unter den 447 Tonnen im Jahr 2012. „Eine Erklärung dafür haben wir nicht“, meinte der Recyclinghofleiter.

Die ausgeprägte Wegwerfmentalität vieler Mitmenschen belastet schon seit vielen Jahren die Kalkulation der Müllgebühren. Zwischen 600 000 und 700 000 Euro sind trotz stetig sinkender Einwohnerzahlen mittlerweile ein fester Posten, der Jahr für Jahr dem Gebührentopf aller Einzahler entnommen werden muss.

Beim STL sorgen inzwischen 22 feste Mitarbeiter für die Reinigung der Stadt, unterstützt von fünf bis sechs Hartz-IV-Hilfskräften, die ausschließlich zur Beseitigung von wildem Müll eingesetzt werden. Gäbe es den Einsatz dieser Hartz-IV-Kräfte nicht, müssten noch einmal mindestens 100 000 Euro mehr aus dem Müllgebührentopf genommen werden, sagte Frank Bäcker. - wok

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare