Der Sachenwegnehmer kommt

+
Das Piano als letzte Zuflucht. Die Musik wurde synchron gespielt von der renommierten Komponistin und Pianistin Sinem Altan.

LÜDENSCHEID - Ein guter, wenn auch mittelloser Pianist kann seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten. Die Rechnungen von Stromanbieter über Krankenkasse bis zur Miete häufen sich. Der skrupellose Bankberater vermittelt einen Kredit, den die Einnahmen des Pianisten nicht bedienen können. Die Bank strauchelt aufgrund von Fehlinvestitionen und pfändet am Ende – das blaue Klavier des Pianisten. Alltag in Deutschland oder kindgerecht: „Der Sachenwegnehmer kommt“.

Diesen Alltag versuchte das Musiktheater Atze mit der Inszenierung „Herr Flügel und das blaue Piano“ auf die Bühne umzusetzen. Im gut besetzten Kulturhaus zeigte das Berliner Ensemble am frühen Abend die Geschichte des Pianospielers, den keiner mehr hören will. Rechnungen flatterten in vierstelliger Höhe quasi vom Himmel und wurden mit hilfloser Ignoranz zwischen Notenblättern von Bach bis Beethoven aufgestapelt.

Einblicke in die Finanzwelt sollte dieses clowneske Kinderstück bieten und Zusammenhänge von Schulden, Kredit, Zinsen, Arbeitslosigkeit, Armut und Hoffnung transparent machen. Kein plüschiges Blümchentheater also, sondern schwere Kost für kleine Köpfe.

Gut gemacht, gut gespielt, hervorragend musikalisch live begleitet, hier und da humoristische Einlagen. Aber zurück blieb ohne Zweifel eine Menge Erklärungsbedarf. - rudi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.