Ein Sitzplatz in der Mülltonne

+
Atzes Musiktheater aus Berlin brachte im Kulturhaus die „Konferenz der Tiere“ auf die Bühne.

Lüdenscheid - Mehr als zwei Stunden Theater samt Live-Band und Rockmusik: Einmal mehr war am frühen Dienstagabend Atzes Musiktheater mit der „Konferenz der Tiere“ zu Gast im Kulturhaus, angelehnt an Erich Kästners Parabel.

Die Musik in Rockband-Besetzung mit Keyboards, E-Gitarre, Schlagzeug und Bass und gleich eine ganze Reihe fantasievoller Regie-Einfälle sorgten dafür, dass das Publikum gut unterhalten wurde. Und das, gleichwohl die Kästner-Vorlage nicht unumstritten ist. Immerhin ist es nicht die Einsicht, die am Ende die Staatsmacht zum Einlenken bewegt, sondern es sind Menschenraub und Erpressung.

Es darf getrost bezweifelt werden, dass sich das junge Publikum im Saal Gedanken machte, dass die Tiere durch Gewalt eine Welt ohne Krieg, Grenzen und Wasser für alle erpressten. Sie hatten ihren Spaß an den Slapstickelementen und genossen die ohne Zweifel engagierte und gute Unterhaltung. Sympathieträger waren schnell das Känguru, das ständig in seinen vielen Taschen nach Verbummeltem kramte, und das Stinktier, dem bei der Konferenz der Tiere ein Sitzplatz in der Mülltonne zugewiesen wurde. Das Ensemble agierte gewohnt spielfreudig und forderte am Ende das Publikum auf, nach dem langen Stillsitzen zu tanzen. Dass die Reihen im großen Saal nicht wie sonst dicht an dicht gefüllt waren, dürfte wohl daran liegen, dass das gleiche Stück an dieser Stelle schon einmal serviert wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare